Schweizer Jugend surft

15. Januar 2010 / Marco D'Alessandro

Wissen Sie, in welchem Internetforum ihr Kind regelmässig unterwegs ist? Falls nicht, geht es Ihnen wie den meisten Eltern. Das zeigt die jüngste Umfrage des Junior Web Barometers von SWITCH. Demnach haben 69 Prozent der befragten 13- bis 20-Jährigen auf Ihrem Heimcomputer uneingeschränkten Zugriff auf sämtliche Webinhalte.

Um herauszufinden, wie sich Kinder und Jugendliche im Internet verhalten, hat SWITCH 2009 eine Umfrage zum Thema in Auftrag gegeben. Bei den Befragten handelt es sich allesamt um ehemalige Teilnehmer des Junior Web Awards, die im Zuge dessen gemeinsam eine eigene Homepage gestaltet haben. Im Fokus der Umfrage steht die Selbsteinschätzung der Schüler:
 

·       Wie schätzen sie ihr Internet-Know-how ein?

·       Haben sie ihren Internet-Konsum im Griff?

·       Sind sie sich der möglichen Gefahren bewusst?

Knapp die Hälfte der Schüler nutzt laut Umfrage das Internet täglich, Jungs (55 Prozent) deutlich häufiger als Mädchen (39 Prozent). Während Kinder zwischen 6 und 12 Jahren das Internet hauptsächlich zum Spielen nutzen, sind Jugendliche vorwiegend an Chats, E-Mail-Austausch und der virtuellen Pflege von Freundschaften interessiert.

„Die tägliche Nutzungsdauer von bis zu mehr als 2 Stunden zeigt ein Suchtpotenzial, das in der Medienpädagogik behandelt werden muss.“ sagt Beat W. Zemp, Zentralpräsident des Dachverbandes der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer.

Auf die Frage, wie es um das eigene Internetwissen bestellt sei, zeigt sich die Gruppe der Jugendlichen besonders selbstbewusst: 85 Prozent schätzt sich hier „gut“ oder „sehr gut“ ein, das Web-Know-how ihres Hauptlehrers vergleichsweise schlecht (57 Prozent). Bei den Sechs- bis Zwölfjährigen sieht dies schon anders aus: Hier halten 77 Prozent den Hauptlehrer für kompetent – sich selbst hingegen nur 64 Prozent.

Grosse Unterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen gibt es ebenfalls, was das Gefahrenbewusstsein betrifft: Laut Umfrage haben 30 Prozent der 6- bis 12-Jährigen Angst davor, im Internet „auf böse Menschen“ zu treffen oder auf Dinge, die ihnen Angst machen könnten (24 Prozent). Recht sorgenfrei verläuft der Surf-Alltag der 13- bis 20-Jährigen – mal abgesehen von der Befürchtung, Opfer unerwünschter Spam-Lawinen zu werden (15 Prozent) oder auf „falschen“ Webseiten zu landen (14 Prozent). 

Schauen Sie sich die Ergebnisse zum SWITCH Junior Web Barometer an (Link unten).


Links: