Zeitreise: vom "Sputnik-Schock" bis hinauf zum Daten-Highway am Jungfraujoch
25 Jahre ".ch" und 25 Jahre Internet in der Schweiz – das heisst ganz automatisch auch 25 Jahre SWITCH. Wieso Schweizer Internetnutzende heute überhaupt durchs World Wide Web navigieren können, erzählt diese Zeitreise. Wer sich beeilt, schafft es in 15 Minuten durchs ganze Vierteljahrhundert. Wetten?
| 50er-/60er-Jahre | 70er-/80er-Jahre | 1984-1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 |
| 1994 |1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 |
| 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 |
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Entwicklung des
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SWITCH schreibt
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Die 50er- und 60er-Jahre |
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1962 Im Auftrag der US-Luftwaffe beginnen US-Forscher um Leonard Kleinrock mit der Entwicklung eines "Advanced Research Projects Agency Network", kurz Arpanet: ein weitverzweigtes Datennetz, über das US-Wissenschaftler und Militärs kommunizieren und gemeinsam auf Rechner, Datenbanken und Speicher zugreifen sollen.
1964 Doug Engelbart erfindet die Maus. Klein, aber fein: Der Prototyp der ersten Computermaus.Foto: SRI International
1969 Der Vorläufer des modernen Internets, |
1950-55 Auf Initiative des Schweizer Mathematikprofessors Eduard Stiefel mietet die ETH Zürich die legendäre Rechenmaschine Z4 vom deutschen Ingenieur und "Vater des PCs", Konrad Zuse. Damit verfügt die Hochschule vorübergehend über den einzigen funktionierenden Computer in ganz Europa. Die letzte verbliebene Z4 steht 50 Jahre später im Deutschen Museum München.Foto: Clemens Pfeiffer
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Einziges Ausgabe-
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Ein drei Meter hohes "Monstrum", u.a. bestehend aus gut 17 000 Röhren, 7000 Dioden, 200 Relais, einem fast 1,5 Tonnen (!) schweren Arbeitsspeicher.
Bei VBZ-Kunden hält sich die Freude über ERMETH allerdings in Grenzen: Denn der Stromverbrauch des Rechners ist
dermassen gross, dass er bisweilen für Fahrstörungen sorgt, wenn in Zürich morgens der Trambetrieb losgehen soll!
Die 70er- und 80er-Jahre
1970 Das Arpanet erreicht die US-Ostküste. Fünf Jahre später wird es vom US-Pentagon offiziell als wissenschaftliches Versuchsnetz lanciert. 1977 wird Norwegen als erstes Land nach den USA, per Satellitenverbindung angeschlossen.
1971 Ray Tomlinson erfindet die "E-Mail" – und passend dazu das erste Programm zum E-Mail-Versand, das "CYPNET Protocol". Als
Trennzeichen für die E-Mail-Adresse "reanimiert" er das veraltete Kaufmanns-At, das @-Zeichen. An den Inhalt dieser ersten Mail erinnert sich Tomlinson später nur noch vage: "Irgendwas mit QWERTYUIOP."
1975 Bill Gates und Paul Allen gründen "Microsoft Corporation".
1977 Steve Jobs und Stephen Wozniak gründen "Apple Computer".
1979 Mit dem Usenet ("Unix User's Network") entwickeln Jim Ellis, Tom Truscott und Steve Bellovin die erste freie Alternative zum Arpanet: Bestehend aus zwei Unix-Rechnern, die per Telefonleitung Daten austauschen, wächst es bald zum weltweiten "Schwarzen Brett" mit unzähligen "Newsgroups" heran.
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• Das Internet als globales System verbundener Netzwerke nimmt Gestalt an. |
Dazu tragen Anfang der 80er Jahre vor allem das Mehrbenutzer-Betriebssystem Unix und die Programmiersprache C bei. 1981 sind genau 213 Computer weltweit per Arpanet "verknotet", zwei Jahre später sind es rund 400.
1983 Erster grosser Projekterfolg für die US-Behörde ARPA: Das "Transmission Control Protocol/Internet Protocol", kurz TCP/IP, wird Standard-Protokoll im Arpanet. Es kann gratis genutzt werden und ermöglicht die Kommunikation verschiedener Rechner miteinander.

Zeitsprung → TCP/IP in der Schweiz
• In den Köpfen der Schweizer IT-Pioniere raucht es: Gesucht wird ein
Datennetzwerk, das alle Schweizer Universitäten und Forschenden miteinander verbinden kann. Die Antwort: das "Telematikprojekt SWITCH".
Foto: ETH Zürich/
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1981 wird auf einem Bauernhof in Apples Logitech gegründet. Zwei Jahre später lanciert Firmengründer Daniel Borel die weltweit erste P4-Serienmaus. An der ETH Zürich werden erstmals Mäuse vom Xerox-Forschungs-zentrum in den USA eingesetzt. |
1984 - 1985
1984 Das "Domain Name System", das den Namensraum im Internet verwaltet, wird weltweit eingeführt. Es funktioniert ähnlich wie ein Telefonbuch und sorgt dafür, dass jeder Server oder Dienst innerhalb eines Netzwerkes richtig angesprochen werden kann: indem Gerätenamen den korrekten IP-Adressen und diese wiederum den richtigen Domain-Namen zugeordnet werden; im Falle von www.switch.ch etwa 130.59.108.36.
• Mitte der 80er Jahre gelingt es den US-Universitäten, ihr akademisches Netz mit dem Arpanet zu koppeln. Dadurch steht ihnen erstmals eine sehr leistungsfähige Datenverbindung zur Verfügung.
• Mit "nordu.net" wird am 1. Januar 1985 die erste Domain der Welt registriert. Sie verbindet alle nordischen Länder miteinander.
→ Die ersten sieben Top-Level-Domains" sind .com, .edu, .org, .gov, .int, .net, .mil sowie danach alle Länderkennungen.
→ Der erste kommerzielle ".com"-Domain-Name heisst "symbolics.com". Er wird im März von einer IT-Firma aus Massachusetts registriert.
• Mitglieder der Schweizer Rektorenkonferenz CRUS ("Commission pour l'Informatique de la Conférence
Univérsitaire Suisse") entwickeln die Idee eines nationalen Forschungsnetzwerks für die Schweiz.
• Fast jede Hochschule hat einen Anschluss an irgendein internationales Datennetzwerk. Die Vision der Gründungsväter von SWITCH:
der Aufbau eines einzigen Wissenschafts-netzwerks, in dem gemeinsame Technik-Standards und Kommunikationswege genutzt werden. Erst national, danach international.
1986
• Zwei Jahre nachdem die Londoner Sunday Times "die Maus aus ihrem Loch kommen" sah, stellt Logitech – ein Ableger der EPF-Lausanne – 1985 ihre "LogiMouse C7" vor: die erste populäre und erschwingliche Drei-Tasten-Kugelmaus. Wer damit die Bedienung eines PCs lernen will, braucht statt 20 Stunden nun kaum mehr als 20 Minuten.
• Ab 1986 entstehen weltweit technisch unterschiedliche Netzwerke. Problem: Sie sind nicht kompatibel, d.h. sie können nicht untereinander kommunizieren. Als erste Lösung wird der Internet-Backbone "National Science Foundation Network" entwickelt, das alle Forschende in den USA verbindet. Später werden daran alle akademischen Netzwerke der USA angebunden.
• Das Schweizer Parlament votiert für ein gezieltes Förderprogramm, das ein finanzielles Kontingent für den Aufbau der Teleinformatikdienste für Lehre und Forschung vorsieht: der zündende Funke für die Gründung des Swiss Tele Communication System for Higher Education, kurz SWITCH.
Foto: Parlamentsdienste 3003 Bern
1987
"Hm, welchen Rechner kauf ich mir bloss?"
Diese Frage stellt sich 1987 noch nicht so wirklich. Immerhin kann man schon mal zwischen Apples frisch lanciertem Macintosh II und Macintosh SE wählen. Beide basieren auf einem intuitiven Datenbankprogramm, dessen Verknüpfungen später zur Entwicklung des World Wide Webs beitragen.
Der Apple Macintosh SE – damals noch nicht ganz so formschön wie spätere Modelle.
• Die Zahl der Netzwerke im Arpanet steigt rasant: innerhalb eines Jahres von ca. 2000 auf 27 000.
• Die ".ch"-Top-Level-Domain der Schweiz wird geboren. Ihr "Vater" ist ETH- Professor Dr. Bernhard Plattner. Er beauftragt am 20. Mai 1987 die zuständige "Internet Assigned Numbers Authority" IANA mit dem Eintrag der ".ch"-Domain ins "Domain Name System".
Kurz darauf wird Bernhard Plattner vorübergehender Geschäftsführer von SWITCH und überträgt ".ch" an die Stiftung. Seither hat SWITCH nicht nur den Auftrag, ein Schweizer Hochschul- und Forschungsnetz aufzubauen, sondern ist auch für die Verwaltung der ".ch"-Domain verantwortlich.
• Urs Eppenberger beginnt – noch vor der offiziellen Gründung der Stiftung – bei SWITCH.
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Damals noch als erster Mitarbeiter von SWITCH... |
...hat Urs Eppenberger heute einiges an Farbe gewonnen. |
Seine Erinnerungen aus dieser Anfangszeit und darüber, wie das Internet in die Schweiz kam, beschreibt er 25 Jahre später:
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Radio DRS3, Interview mit dem "Internet Man" Urs Eppenberger, April 2012
• SWITCH wird gegründet!
Am 22. Oktober signieren Vertreter der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der acht Hochschulkantone Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Neuenburg, St. Gallen, Waadt und Zürich die Stiftungsurkunde von "SWITCH – Teleinformatikdienste für Lehre und Forschung".
Auftrag: ein nationales Computer-Netzwerk für Lehre und Forschung in der Schweiz aufzubauen und zu betreiben.
1988
•
Frankreich und die nordischen Länder richten erste permanente Verbindungen zum Internet ein. Weltweit sind rund 80 000 Rechner im Internet, das vor allem für wissenschaftliche Zwecke genutzt wird. Es gibt dort x-verschiedene Rechensysteme, Softwareprodukte und Textverarbeitungsprogramme, was die Internetkommunikation zwischen Forschenden weltweit schwierig macht.
• Für einen ersten psychologischen Knacks bei Internetfreaks sorgt das erste Internet-Schadprogramm, der Morris-Wurm:
Indem er u.a. schwache Passwörter ausnutzt, bohrt er sich durch geschätzte 60 000 Rechner, die er zum Teil völlig ausser Gefecht setzt. Gesamtschaden: Um die zehn Millionen Dollar.
Dabei wollte Wurmautor und Student Robert Lappan Morris doch eigentlich mit dem Wurm nur testen, wie gross das Internet mittlerweile ist...
Positiver Nebeneffekt: Als direkte Wurm-Folge wird in den USA das erste "CERT Coordination Center" gegründet – weltweite Anlaufstelle bei Internetangriffen. Daraus entstehen nationale CERTs als "Computer Emergency Response Teams". Für die Schweiz übernimmt dies ab 1996 SWITCH-CERT.
Zeitsprung→ SWITCH-CERT entsteht
• Es existieren bereits zwei Mbit/s-Verbindungen zwischen den beiden ETHs in Lausanne und Zürich sowie dem Paul-Scherrer-Institut in Villigen. Alles in allem: ausbaufähig! Sieben Jahre später sieht 1994 die Vernetzung der Schweizer Hochschulen schon ganz anders aus:
1987
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1994
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•
Im April öffnet die erste Geschäftsstelle von SWITCH ihre Pforten in Bern.
Thomas Brunner – bis dato für die gesamte Datenkommunikation der ETH Zürich verantwortlich – wird Vize-Direktor von SWITCH.
Mit seinem Gespür für Innovation und dem entscheidenden Fachwissen sorgt er in den folgenden Jahrzehnten dafür, dass die Schweiz in Sachen Internet jahrelang Vorbildcharakter in Europa hat.

• Es eilt – die Schweizer Hochschulen haben zwei drängende Probleme, die SWITCH lösen will:
Problem Nr. 1: Wie sag ich es?
Die Schweizer Hochschulen haben keinen gemeinsamen Nenner, um miteinander kommunizieren zu können. Die Lösung: SWITCHlan = Aufbau eines Multiprotokoll-Netzwerks, das wie ein "Local Area Network" erst die Rechner innerhalb einer Uni, danach von einer Uni zur nächsten verbinden soll. Erst werden alle Schweizer Unis, alle Forschenden, danach alle Internetnutzenden der Schweiz angeschlossen. So macht SWITCHlan den Forschungsstandort Schweiz in den Folgejahren zum europaweiten Internet-Spitzenreiter.
Problem Nr. 2: der nationale Tellerrand
Noch existiert das Internet nur als E-Mail-Austauschnetz zwischen Hochschulen und Forschenden. SWITCHmail soll das ändern und u.a. Schweizer Hochschulen internationale Internet-Kommunikation ermöglichen.
1989
• Tim Berners-Lee und Robert Cailliau starten am CERN ein Projekt zum Aufbau des "World Wide Webs". Sie suchen eine Lösung, um mit CERN-Mitarbeitenden ausserhalb der Schweiz Daten austauschen zu können. Ihr Ansatz: ein Netz aus drei frei verfügbaren Komponenten:
- HTTP, "Hyper Text Transfer Protocol"
- HTML, "Hyper Text Markup Language"
- URLs, "Uniform Resource Locators"
Berners-Lees "Next"-Rechner in seinem Büro im Genfer CERN. Er dient als erster Web-Server der Welt. 25 Jahre später ist sein ehemaliger Arbeitsplatz detailgetreu im Berner Museum für Kommunikation aufgebaut.
Fotos: CERN
Vor allem HTML als gemeinsamer Sprachstandard macht das Internet massenkompatibel: Tim Berners-Lee revolutioniert die bisher textbasierten Zugriffsoptionen aufs Web. HTML ermöglicht nämlich den Austausch von Texten, Forschungsdaten und Bildern. Gleichzeitig werden PCs in den USA, Europa und Japan auch für die breite Masse erschwinglich.
Was dem "www" allerdings zum Durchbruch noch fehlt: ein benutzerfreundlicher Browser. 
Zeitsprung → Browser
• TCP/IP, das heute im Internet verwendete Protokoll, wird in der akademischen Gemeinschaft schweizweit dominierend. Und das, obwohl weder die Grossrechner der Hochschulen noch die PCs der Forscher zu dieser Zeit TCP/IP-fähig sind. Die Lösung: Wer ins Internet will, muss zusätzliche Software installieren.

→ Ende 1989 sind alle Schweizer Universitäten und das Genfer CERN an das Netzwerk von SWITCH und damit mit 64 oder 128 Kbit/s ans Internet angeschlossen.
• Die ersten Dienste SWITCHmail und SWITCHlan werden offiziell in Betrieb genommen. Über "Mirror"-Server von SWITCH haben Schweizer Hochschulen erstmals schnellen Zugriff auf Kopien gefragter internationaler Datenarchive.
• Sechs Mitarbeiter beziehen die erste Geschäftsstelle von SWITCH – in die Zürcher ETH "Zentrum am Haldeneggsteig". Rechtlicher Sitz der Stiftung bleibt Bern.

Das erste halbe SWITCH-Dutzend (v.l.): Peter Gilli, Thomas Lenggenhager, Simon Poole, Franziska Remund, Urs Eppenberger und Thomas Brunner.
1990
• Im "Waschmaschinendesign" kommt Apples neuester Streich, der Macintosh Classic, daher. Dass er vor allem bei Studierenden und Lehrenden ankommt, liegt daran, dass er relativ klein und kompakt ist.
Apples Macintosh Classic
Foto: Alexander Schaelss
• Bis zur Erfindung des ersten Browsers sieht die Welt im Internet noch ASCII-kodiert aus, das heisst: weisse Schrift auf schwarzem Grund, meist in "Monochrome Courier".
• Ende Februar wird das Arpanet endgültig abgeschaltet. Für Mitentwickler Vinton Cerf Inspiration genug für sein nicht ganz so ernst gemeintes Kurzgedicht
"Requiem of the Arpanet".
• Mit dem Ende des Arpanets beginnt die kommerzielle Phase des Internets: Das Werbeverbot fällt und ab sofort sollen auch Internet-Provider dazu beitragen, das Internet auszubauen und zu fördern.
• Das Computerspiel Tetris, entwickelt von den Russen Alexey Pajitnov und Vadim Gerasimov, mausert
sich zum grössten russischen Computer-Exportschlager. Seit 1989 ist es in der "Game Boy-Handheld"-Version erhältlich und schafft damit auch ausserhalb der Sowjetunion den Durchbruch. Tetris wird weltweit das erfolgreichste Computerspiel aller Zeiten.
Zeitsprung → Tetrominos 
• Das Weltraum-Teleskop "Hubble" wird per Space Shuttle in die Erdumlaufbahn befördert. In den kommenden Jahren liefert es gestochen scharfe Aufnahmen aus dem All und bahnbrechende astrophysikalische Erkenntnisse.
Foto: Nasa, STScI
• SWITCH wird offizielle Registrierungsstelle für die Top-Level-Domain ".ch" und erster "Internet Service Provider" der Schweiz.
Da das Internet hierzulande aber noch in den Kinderschuhen steckt, kann man die Anfragen nach einem Domain-Namen an einer Hand abzählen. Internetzugang haben bislang nur Schweizer Unis und einige Grossunternehmen. Pro Firma gibt es genau einen Domain-Namen, Privatpersonen sind laut globaler Vergaberegeln gar nicht vorgesehen als Halter.
→ Um einen Domain-Namen zu erhalten, genügt es, ein ausgefülltes Antragsformular per Brief, Fax oder E-Mail an SWITCH zu senden.
→ Die ersten ".ch"-Domain-Namen:
1. cern.ch
2. switch.ch
3. ethz.ch
gefolgt von den Namen aller Schweizer Hochschulen.
• Die erstenBibliotheken und Ingenieur- schulen der Schweiz werden über SWITCHlan ans Internet angeschlossen. Wer ein Buch ausleihen will, kann dies per Netzwerk bestellen – oder noch schneller, sich per Fax schicken lassen.
• In der Schweiz und anderen europäischen Ländern beginnt die Privatisierung der Wissenschaftsnetze.
• In gut 15 Prozent der Schweizer Haushalte steht ein PC. Täglich leitet SWITCH bis zu 5000 E-Mail-Nachrichten im Forschungsnetz SWITCHlan weiter.
1991
• Microsoft & Co. kriegen ernste Konkurrenz: Mit gerade 21 Jahren schreibt der finnische Student Linus Torvalds das Unix-Betriebssystem "Linux". Per Usenet stellt er es anderen Entwicklern vor – und stösst auf grosses Interesse! Linux geht als das erste freie Betriebssystem in die IT-Geschichte ein, und wird auch 25 Jahre später noch von Software-Experten weltweit weiterentwickelt.
Welches Tier Linux wäre, wäre es kein Betriebs-system? Ein Pinguin. Einmal von den Entwicklern so beschlossen, ist "Tux" heute Sinnbild für Linux – und hat ebenso viele feurige Anhänger.
Foto: Larry Ewing, Simon Budig, Anja Gerwinski
• "Probiert es aus": Mit diesen Worten macht Tim Berners-Lee am 6. August 1991 das "World Wide Web" frei im Internet verfügbar. Der Rechner von Berners-Lee fungiert als erster Webserver der Welt.
→ Auf der ersten Webseite erklärt er, wie man eine eigene Seite kreieren oder im World Wide Web nach Informationen suchen kann.
• Phil Zimmermann veröffentlicht "Pretty Good Privacy" (PGB).
Das Programm zum Verschlüsseln und Unterschreiben von Daten soll vor allem Bürgerrechtler vor staatlicher Geheimdienst-Überwachung schützen. Als Freeware verbreitet es sich im Internet bald auf der ganzen Welt.
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• Telebanking in seiner neumodischsten Ausprägung, präsentiert in einer Werbeanzeige im aktuellen SWITCH Journal: |
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Einfach den Rechner mit dem Videotextgerät verbinden und los geht's. |
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• SWITCH wird Projektleiter von COSINE-MHS ("Cooperation for Open Systems Interconnection in Europe - Message Handling Service"). Damit ist SWITCH ab sofort verantwortlich für die Einführung des weltweiten E-Mail-Verkehrs zwischen den akademischen Netzwerken.
• Die DNS-Server von SWITCH werden von IANA ins so genannte "Root DNS" eingetragen.
• Rund eine Million elektronische Nachrichten übertragen die Rechner von SWITCHmail allein in diesem Jahr. Per TCP/IP werden bereits erste grössere Softwarepakete ausgetauscht.
1992
• In einem Bulletin der University of Minnesota taucht zum ersten Mal der Ausdruck "Surfing the Internet" auf. Die Verfasserin des Artikels, die amerikanische Bibliothekarin Jean Armour Poll, wurde dazu von ihrem Mousepad inspiriert, auf dem ein Surfer abgebildet war.
• Das globale Diskussionsforum Usenet wird aktuell von rund 12 Millionen Personen genutzt. Über den File-Server von SWITCH haben 40 Organisationen Zugriff auf 2000 Themengebiete à la "sci.aeronautics", "alt.censorship" oder "talk.environment". Wer etwas beitragen will oder Fragen hat, kann sich per News-System beteiligen.
• Im Februar ziehen die 13 Mitarbeitenden von SWITCH aus der ETH aus und in eigene Büros am Zürcher Limmatquai. Später kommen noch Büros am wenige Meter entfernten Neumühlequai dazu – und eine Webcam, die sich bei den Einheimischen grosser Beliebtheit erfreut.

Limmatquai, Zürich

Zeitsprung →
Heiratsantrag per Webcam
• SWITCH macht in der Schweiz E-Mail per Internet möglich.

• In Biel wird das Bundesamt für Kommunikation, kurz Bakom, gegründet. Als Teil des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr und Kommunikation ist die Bundesbehörde fortan zuständig für das gesamte Funkwesen und Fernmeldeanlagen der Schweiz.
Pendants in anderen Ländern sind das "Office of Communication" (Ofcom) in England, die deutsche "Bundesnetzagentur" oder Österreichs "Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH".
1993
• Die Studenten Marc Andreessen und Eric Bina entwickeln
das erste Blätterprogramm für Windows-Rechner, den Browser "Mosaic". Das Programm macht erstmals Texte und Fotos attraktiv im Internet darstellbar und wird ein durchschlagender Erfolg. Mit Mosaic wird das Internet erstmals auch für die Geschäftswelt interessant.
Screenshot "Mosaic"- Browser
• Die deutsche Registrierungsstelle
für ".de"-Domains DENIC wird gegründet.
• Intel lanciert seinen ersten "Pentium P5"-Chip. Auf wenigen Quadratmillimetern enthält er geballte Technologie: Der Pentium ermöglicht zum ersten Mal das Ausführen mehrerer Anwendungen auf einem PC gleichzeitig. Ausserdem unterstützt er besonders Grafik und Musik.

Foto: Daniel Schwen
• Das Weisse Haus geht online. Bill Clinton geht als erster US-Präsident in die Geschichte ein, der per E-Mail erreichbar ist – unter president@whitehouse.gov.
• SWITCH wird mit der Verwaltung der Top-Level-Domain ".li" betraut.
Insgesamt sind unter ".li" und ".ch" aktuell 148 Domain-Namen registriert.
• Der Verkehr im Netzwerk von SWITCH übersteigt 50 Gbyte/Monat.
1994
• Tim Berners-Lee gründet das "World Wide Web Consortium" (W3C), das den patentfreien Standard für validierte Webseiten definiert. Das W3C entwickelt später den HTML- und CSS-Standard.
• Jim Clark und Marc Andreessen gründen "Mosaic Communications Corporation", später in "Netscape Communications" umbenannt. Ihr kostenloser Browser macht die Nutzung des Internets schnell populär.
•
Um sich bei der Informationssuche im stetig wachsenden Internet ein wenig Orientierung zu verschaffen, fangen die Studenten David Filo und Jerry Yang an der Stanford University an, "gute" Webadressen zu sammeln. Als sie über 100 zusammen haben, gehen sie das Ganze strategisch an: Herauskommt eine Liste inklusive Suchoption, die sie ins Netz stellen unter dem Titel "Yet another hierarchical officious oracle", kurz Yahoo. Es dauert nicht lange bis immer mehr Surfer die Liste nutzen und erweitern. Die Zwei schmeissen schliesslich ihr Studium und gehen online mit ihrem legendären Webkatalog "yahoo.com".
• Was bedeutet es, wenn die US-Kette "Pizza Hut" den ersten Online-Pizzabestellservice der Welt einrichtet? Oder we
nn "First Virtual" als erste Internetbank der Welt eine Online-Filiale eröffnet? Ganz einfach:
Der elektronische Handel kommt langsam, aber sicher ins Rollen. Aktuell sind zum ersten Mal
mehr kommerzielle als wissenschaftliche User im Internet – an rund drei Millionen Rechnern weltweit.
• Noch ist das Internet in der Schweiz im Dornröschenschlaf: Ende des Jahres sind gerade mal 300 ".ch"-Domain-Namen registriert. Darunter vor allem akademische Organisationen und grosse Firmen. Privatpersonen sind als Domain-Namen-Halter noch gar nicht vorgesehen. Allerdings dauert es nur noch vier Jahre bis zum Durchbruch der100 000er-Domain-Marke!
• Thomas Brunner wird Direktor von SWITCH.
1995
• Der Dotcom-Boom – das überdimensionale Anwachsen der Spekulationsblase im Technologiesektor – beginnt in den westlichen Industrieländern: Neue Internetpräsenzen, vor allem "Start-ups", schiessen wie Pilze aus dem Boden. An den Börsen sind Nachfrage und Gewinnerwartungen der Anleger riesig, Internet-, Telekommunikations- und Technologiefonds finden reissenden Absatz auf Nasdaq, Neuem Markt, Swiss Market Index und Co.
Zeitsprung → Boom!
• Sun Microsystems stellt die offene Internet- und Programmiersprache Java vor, Netscape seinerseits JavaScript, eine Skriptsprache vor allem für Web-Browser.
• Erste Zensurmassnahmen im Usenet: 200 anstössige Gruppen werden vorübergehend blockiert.
Microsoft lanciert mit Windows 95
das erste Betriebssystem, das eine eigene Werbekampagne bekommt inklusive Lied: "Start me up" von den Rolling Stones.
Logo: John Pasche, 1971
• Halleluja: Der Vatikan geht online mit www.vatican.va als virtuelle Anlaufstelle. Im selben Jahr tun es ihm die Anonymen Alkoholiker gleich, die eine Online-Beratungsstelle eröffnen.
Die Schweiz feiert "5 Jahre Internet in SWITCHerland".

• Mehrere kantonale Verwaltungen wünschen einen Anschluss an das Netzwerk von SWITCH. Es gibt erste Pläne, den Datendurchsatz sogar auf 155Mbit/s zu erhöhen.
• Der SWITCH-Fileserver wächst auf gut 18 Gigabyte Daten an und ist mittlerweile international ein Begriff. Die dazugehörige Datenbank enthält Informationen von 850 FTP-Servern und rund neun Millionen Files.
• Untenstehendes Cover des SWITCH Journals beweist: Nicht nur Space-Shuttle-Experten in den USA, sondern auch Schweizer Studierende und Forschende wollen hoch hinaus!

1996
• Am 8. Februar wird das Internet
erstmals schwarz: als umfassender Protest gegen den geplanten "Communication Decency Act". Es folgt die "Blue Ribbon"-Kampagne als Statement für Meinungsfreiheit im Internet.
• Das ICQ-Netzwerk entsteht, der erste weitverbreitete Instant-Messaging-Dienst.
• Die erste Version des Internet Explorers wird gratis verteilt – und
damit als direktes Konkurrenzprodukt zum "Navigator" von Netscape in Stellung gebracht. Der Anfang eines harten "Browserkriegs" zwischen den Marktführern.
• "BackRub", der Vorläufer der Suchmaschine Google, startet als Forschungsprojekt der Stanford-Studenten Larry Page und Sergey Brin. Angesagtes Ziel: "die Entwicklung von Schlüsseltechnologien für eine einheitliche, integrierte und universelle digitale Bibliothek". BackRub impliziert bereits den "Page-Rank"-Mechanismus, der beliebteste Ergebnisse findet und die Suchresultate nach Relevanz anzeigt. Zwei Jahre später wird da
s Projekt unter dem Namen "Google" vorgestellt.
• Der "Urgrossvater" des iPhones: Das aufklappbare Handy mit dem klangvollen Namen "Nokia Communicator 9000" kann nicht nur SMS, Faxe und E-Mails versenden. Es hat bereits einen HTML-fähigen Browser zum Internetsurfen, was selbst bei PCs noch nicht Standard ist! Ausserdem lässt sich seine Antenne schwungvoll in jede Richtung biegen – entsprechend bemerkenswert ist der Empfang.
• Im Juli kommt Dolly, das erste geklonte Schaf, im schottischen Edinburgh zur Welt.

Foto: Toni Barros
Seine Gene stammen aus dem Zellkern eines erwachsenen Tieres. Nach ihrem Tod 6,5 Jahre später wird es ausgestopft und als erstes geklontes Säugetier im "Royal Museum of Scotland" ausgestellt.
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Der Modem-Hersteller U.S.Robotics bringt mit dem "Palm-Pilot" einen Palmtop Computer auf den Markt, der sich zum Kassenschlager entwickelt.
Foto: R Channel
• Erstmals besiegt ein Computer einen Menschen: IBMs "Deep Blue" schlägt den amtierenden Schachweltmeister Garry Kasparov in einer von drei Partien, ein Jahr später in einem ganzen Wettkampf.
• Sukzessive entwickelt sich das Schweizer Wissenschaftsnetz SWITCHlan – wie andere auch – vom Multiprotokoll-Netzwerk, das mehrere Netzwerkprotokolle verarbeiten kann, zum reinen Internet-Protokoll-Netz (1998).
• Die Webseite "CH/LI DOM-REG" geht online. Ab sofort kann jeder, der ".li"- oder ".ch"-Domain-Namen haben möchte, dies online per Formular beantragen. Ende 1996 sind 13 450 Domain-Namen registriert.
Nicht erschrecken – so sieht www.nic.ch aus, die erste Webseite der Schweizer Registrierungsstelle. Bei den Kollegen weltweit sieht es farblich wenig später – zugegeben – etwas besser aus, aber auch noch nicht ganz so perfekt:
• In Zürich laden die ersten Internetcafés der Deutschschweiz zum kollektiven Surfen ein.
Kostenpunkt: um die 15 Franken pro Stunde. Ausserdem lockt erstmals die "Schweizer Meisterschaft im Internetsurfen".
• Der Boom hat seinen Preis: Das Internet wird auch für Cyberkriminelle interessant. Präventiv gründet SWITCH deshalb SWITCH-CERT, das "Computer Emergency Response Team" für die gesamte Schweiz.
• Die Programminformationen des Schweizer Fernsehens sind neuerdings auf einer Homepage abrufbar.
1997
• EuroCERT startet als europäische Sicherheitskoordinationsstelle.
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• Bandai stellt das "Tamagotchi" vor – ein winziges Cyber-Haustier, das die Massen fiebrig macht. es wird millionenfach verkauft. |
• Die Weihnachtsrede von Queen Elizabeth kann man erstmals nicht nur im TV und Radio verfolgen, sondern neuerdings auch im Internet.
• Der erste digitale Mp3-Player steht in den Kaufregalen bereit: Er heisst "Listen up" und wird von "Audio Highway" lanciert.
SWITCH lädt zum Zehnjährigen!

• Alle nationalen Forschungsnetzwerke in Europa sind jetzt an einen gemeinsamen Backbone angeschlossen. SWITCH konzentriert sich im Netzwerkgeschäft auf den akademischen Sektor und beendet seine Netzwerk-Dienstleistung für die Privatindustrie: indem alle "kommerziellen" Kunden zur Swisscom übertragen werden.
• Der Webserver von SWITCH beantwortet pro Tag im Schnitt 41 600 Anfragen, die Homepage wird täglich 1500 Mal aufgerufen. Ungeschlagener "Renner" ist die Übersichtsseite aller Schweizer Bibliotheken mit 240 Aufrufen.
• Als erste Schweizer Bank führt die Credit Suisse das Internet Banking unter dem Titel "Direct Net" ein.
• Erste Spam-Lawinen machen sich bemerkbar im Usenet, zu dem SWITCH allen Schweizer Nutzenden Zugang ermöglicht.
1998
• Am 1. September präsentieren der Amerikaner Larry Page und der Russe Sergey Brin ihre BackRub-Suchmaschine unter neuem Namen. Ihr Mission Statement: "die Informationen der Welt zu organisieren und sie universell zugänglich und nutzbar machen".
• Voraussetzung für ein funktionierendes Internet: Bestimmte Namen und Adressen, z.B. die Top-Level-Domains ".ch" und ".li", dürfen weltweit nur einmal vergeben werden. Dafür sorgt ab sofort die neu gegründete US-Stiftung "Internet Corporation for Assigned Names and Numbers", kurz ICANN.

• Apple stellt den ersten "iMac Bondy Blue" vor. Der Designrechner katapultiert das kriselnde Unternehmen wieder an die Spitze der PC-Hersteller. Innerhalb eines Jahres mausert sich das All-in-one-Gerät zum Kassenschlager.
• Der Starr-Ermittlungsbericht zur Lewinsky-Clinton-Affäre wird im Internet veröffentlicht. Es ist das erste Mal, dass eine Regierung ihren Bürgern ausschliesslich im Internet Zugang zu einem offiziellen Dokument gewährt.
• Die erste wiederbeschreibbare DVD kommt auf den Markt.
• Das Wissenschaftsnetz der Schweiz wird von Studierenden, Dozierenden und Forschenden exzessiv genutzt: Sie sorgen für 98 Prozent mehr Datenverkehr als im Vorjahr. Zeit für die Netzwerkexperten von SWITCH, sich über die Umsetzbarkeit höherer Bandbreiten Gedanken zu machen:
→ Mit der Vertragsunterzeichnung zwischen den Firmen Ascom, DiAx und SWITCH fällt der Startschuss zum massiven Ausbau der Anschlusskapazitäten der einzelnen Unistandorte an SWITCHlan.
• Jeder vierte Schweizer hat jetzt ein Handy. Nur jeder Zehnte ist regelmässig im Internet, in knapp der Hälfte aller Schweizer Haushalte steht ein PC. Aktuell zählt SWITCH rund 95 000 ".ch"- und ".li"-Domain-Namen.
1999
• Internet und Mobiltelefonie werden zu erschwinglichen Massenprodukten. Zeitgleich boomt die IT-Branche weltweit – Nasdaq, Neuer Markt und Co. steigen auf Rekordhöhe.
• Das Jahr-2000-Problem ("Y2K") schürt Weltuntergangs-Ängste und verursacht Milliardenkosten. Die befürchteten Zusammenbrüche bleiben aber aus.
• Es hätte so schön sein können! Der japanische Konzern Sony stellt die erste Generation des selbstprogrammierbaren Haushaltsroboters "Aibo" vor, den Artificial Intelligence roBOt. Stückpreis: um die 2500 Euro. Zehn Jahre und rund 150 000 verkaufte Modelle später ist "Aibo" Geschichte und der Haushalt weiterhin Sache des Menschen – vom Chip-gesteuerten Staubsauger oder Rasenmäher mal abgesehen.
• Seit Oktober haben Schweizer Hochschulen über SWITCH eine 40Mbit/s-schnelle Datenverbindung zum europäischen Forschungsnetz und zu allen US-Hochschulen. Mit der Inbetriebnahme der neuesten Generation des SWITCHlan-Netzwerks können Schweizer Hochschulen erstmals Multimedia-Übertragung von Hörsaal zu Hörsaal ausprobieren. Im internationalen Feld rücken sie damit ein grosses Stück nach vorne in Sachen Computernetz-Infrastruktur.
2000
• Es hat "BOOM" gemacht: Nach
dem rasanten Aufstieg der IT-Branche melden die ersten Technologiefirmen Insolvenz an – entgegen hoher Gewinnerwartungen. Die Folgen: rasant sinkende Kurse und Panikverkäufe, vor allem unter Kleinanlegern. Im März 2000 kommt es dann zum weltweiten Börsencrash und Masseninsolvenzen.
So sieht sie aus, die Dotcom-Internetblase, zu erkennen am Kursverlauf der grössten technologischen US-Börse Nasdaq.
Nach einer langen Phase des Wachstums und starker Nachfrage an Fachkräften, ist die IT-Branche nun in einer Krise, die bis 2005 andauert.
• Schaden in Milliardenhöhe verursacht der Wurm "ILOVEYOU", der sich im Mai von den Philippinen aus über Microsofts Mailprogramm "Outlook" wie ein Lauffeuer im Internet ausbreitet:
Innerhalb des ersten Tages finden rund 47 Millionen Menschen weltweit den gefährlichen "Liebesbrief" in ihrem Postfach, 1,9 Millionen davon öffnen ihn. "ILOVEYOU" sorgt für Zugausfälle, für den Zusammenbruch des internationalen Zahlungsverkehrs und reihenweise sind Firmennetzwerke lahmgelegt. Fortan hält der Wurm den Weltrekord als bis dato gefährlichster seiner Art.
• Google beginnt mit dem Verkauf von Werbeanzeigen in Verbindung mit bestimmten Suchbegriffen und lanciert "AdWords". Das
Modell ist so erfolgreich, dass Google sich damit in den Folgejahren alle möglichen weiteren Dienste finanzieren kann.
• Alle Schweizer Fachhochschulen werden an das Wissenschaftsnetz SWITCHlan angeschlossen. SWITCH trifft zwei wichtige Entscheidungen für den Wissensstandort Schweiz:
1) Kauf eigener Glasfaserleitungen, um den Hochschulen mittelfristig günstigere Internettarife anbieten zu können.
2) Die Datenverbindung Zürich-Genf ist die meistbelastete im Wissenschaftsnetz. SWITCH beschliesst den Ausbau von 155 Mbit/s auf 2,5 Gigabit/s und stösst damit erstmals in den Highspeed-Bereich vor.
• Ein Drittel der Schweizer ist regelmässig im Internet, wo aktuell etwa 57 Prozent der kleinen und mittleren Firmen mit einer Webseite präsent sind. Die Nachfrage nach ".ch"- und ".li"-Domain-Namen steigt rapide auf 353 300 bis Ende des Jahres. Nicht ganz so rasant wächst SWITCH – aktuell auf 34 Angestellte.
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• Dr. Andreas Dudler, Leiter der Informatikdienste der ETH Zürich, wird zum Stiftungsrats-Präsidenten von SWITCH gewählt. |
• Schweizer Mobilfunkanbieter führen WAP-Dienste ein, die das Handy zur Internet-Surfstation machen.
• Der Aufbau des Swiss Virtual Campus beginnt. Ziel: virtuelle Mobilität für alle Studierenden der Schweiz schaffen, durch die gezielte Förderung neuer Kommunikations- und Informationsdienste.
2001
Wikipedia ist online!
Die frei verfügbare Online-Enzyklopädie ist ab 15. Januar im Netz. Bis Ende des Jahres wächst sie auf rund 20 000 Artikel in 18 Sprachen.
• Erstmals gelingt es, das Nervensystem eines Menschen mit einem Computer zu verbinden.
• Die vormals illegale Musikbörse Napster wird abgeschaltet. Sie gilt als Vorreiter für das Hören im Internet einerseits, aber auch für legale Download-Seiten wie iTunes und Co.
• Das Bakom erhält die Verantwortung für die Vergabe von Domain-Namen. Damit erhält SWITCH die rechtliche Grundlage für die Registriertätigkeit und wird als einzige ".ch"-Registrierungsstelle bestätigt.
• Der gläserne 2,5-Gbit/s-Datenhighway für die Hochschulen geht im Oktober in Betrieb: Verlegt entlang der Autobahn Genf-Lausanne-Bern-Basel-Zürich, verbindet SWITCHlan die Standorte CERN, Uni Lausanne, Uni Bern, Uni Basel und ETH Zürich. Über den Daten-Highway könnte(n)...
→ ...man das Datenvolumen einer kompletten CD-ROM in nur zwei Sekunden übertragen.
→ ...2100 Personen gleichzeitig im Internet Livemusik hören.

Aufwändiger als man denkt, ist manchmal das Verlegen und die Pflege der Glasfaserkabel für SWITCHlan. Aber wer ein richtiger Netzwerk-Fan ist, lässt sich das Geschehen vor Ort nicht entgehen.
Die Verbindung ist der erste Realisierungsschritt des Projekts SWITCHlambda: Dem Aufbau eines eigenen schweizweiten Glasfasernetzes, das alle Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen integriert.
2002
• 5 Gigabyte schwer ist die Festplatte des allerersten iPods, den Apple der Weltöffentlichkeit präsentiert. Firmenchef Steve Jobs löst bereits mit der ersten iPod-Generation einen nie dagewesenen Hype aus. In Kombination mit iTunes avanciert der iPod schnell zum meistgekauften "Walkman" der modernen Generation.
Nicht nur Apple-Fans, sondern auch Designer weltweit finden das Gerät dermassen schick, dass es sogleich den begehrten "red dot design award" einheimst.
• Angespornt durch die Erfolge der Spielkonsolen von "Sega", "Nintendo" und Co.
bringt Microsoft die "Xbox" in die Verkaufsregale. Im Unterschied zu allen Modellen der Konkurrenz hat sie eine eingebaute Festplatte, kostet allerdings um ein Vielfaches mehr. Und fährt schliesslich gut vier Milliarden US-Dollar Verlust ein.
SWITCH feiert seinen "15."!
Zum Geburtstag gibt es eine nagelneue 1-Gigabit-Leitung für Schweizer Unis. Und eine kurze Bilanz:
→ Die Bandbreite im Backbone des Schweizer Wissenschaftsnetzes SWITCHlan ist innerhalb von drei Jahren auf die 1000-fache Grösse angewachsen, die Anschlusskapazität der Universitäten um das 7800-fache!
→ Dank eigener Glasfasern verfügen die Hochschulen mit SWITCHlan über ein ausbaufähiges, Provider-unabhängiges, kostenneutrales Netzwerk, das ihnen den Weg in die Zukunft ebnet.
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→ Vorsicht, Taschentücher bereit halten! |
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Wieviele E-Mails schicken Studierende, Forschende und Lehrende schätzungsweise jeden Tag über das Forschungsnetz SWITCHlan hin- und her? |
• In der Schweiz tauchen die ersten WLAN-Hotspots zum öffentlichen Surfen auf.
• SWITCH startet mit SWITCHcast den Aufbau eines Videokonferenz- und PC-gestützten Gruppenarbeitssystems für Schweizer Hochschulen.
• Die Registrierung und Verwaltung der ".ch"-Domain-Namen wird im Zuge der "Verordnung über Adressierungselemente im Fernmeldeverkehr" verstaatlicht. Seit April ist dies Sache des Bundesamts für Kommunikation, das dies für die kommenden fünf Jahre wie gehabt SWITCH anvertraut.
2003
• Im Juli verbietet Frankreichs
Regierung landesweit den Begriff "E-Mail". Stattdessen soll man lieber von "Courriel" sprechen.
• MySpace geht online – und ist damit das erste soziale Netzwerk, in dem sich User mit Fotos, Texten und Co. verewigen können.
• Gleich drei Würmer sorgen für Aufregung bei Sicherheitsexperten: "SQL Slammer", "Blaster" und "Sobig.F" verbreiten sich rasant und richten auf den Rechnern vieler Internetnutzenden schwere Systemschäden an.
• Tim Berners-Lee wird von der Queen zum "Sir" geschlagen.
• Gratis Internet-Telefonie ist erstmals per "Skype" möglich.
• Der "iTunes Store" öffnet im April seine virtuellen Pforten. Bis Schweizer dort auf Shoppingjagd nach Mp3, Podcast, Videos und Sonstigem gehen können, dauert es allerdings noch zwei Jahre.
• Logitech bringt seine 500-millionste Maus an den Mann.
• Der 500 000. Domain-Name wird in die SWITCH-Datenbank eingetragen – bei gut sieben Millionen Schweizern ein hoher Wert. Im internationalen Vergleich gehört die Schweiz mit einer Dichte von fast sieben Prozent 2003 zu den Spitzenreitern weltweit!
• Das war längst fällig: Ein Innovationspreis
für zukunftsweisende Projekte von Firmen oder Personen, die das Internet nachhaltig nutzen.
Um genau solchen Innovationen den Schritt "nach aussen" zu ermöglichen, verleiht SWITCH erstmals den SWITCHaward.
Der Förderpreis ist mit 15 000 Franken dotiert. Er kann theoretisch von jedem ergattert werden, der im Bereich Kunst, Kultur, Forschung oder Bildung Besonderes bewegt.
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Plakatwerbung mal anders – gesucht sind schliesslich innovative Schweizer, die querdenken wollen. |
• Im Genfer Vorort Anières kann man schweizweit das erste Mal auch online abstimmen. Von 1162 Wahlberechtigten probieren das 323 aus.
2004
• In der Schweiz, Österreich und Deutschland kann man ab sofort auch Internetadressen mit Umlauten registrieren.
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• Google geht sechs Jahre nach seinem Start an die Börse. Das Unternehmen erhält damit ordentlich finanziellen Auffwind.
• Das soziale Netzwerk "Facebook" geht im Februar zum ersten Mal online.
• Das Wort "Blog" findet Eingang in den Duden, genauso wie der Begriff "googeln" .
• Die Version 1.0 des frei verfügbaren Browsers "Firefox" erscheint. Sie mausert sich in kürzester Zeit zum grössten Konkurrenten für Microsofts "Internet Explorer".
• 14 000 neu registrierte Domain-Namen in 24 Stunden – Schweizer Rekord! Den löst SWITCH aus, indem sie als erste europäische Registrierungsstelle internationalisierte Domain-Namen einführt. Das bringt 31 neue Buchstaben, unter anderem ä, ü und ö plus Akzente. Die meisten Schweizer hätten gerne...
- müller.ch
- bücher.ch
- zürich.ch
- züri.ch
- börse.ch
- möbel.ch
- büro.ch
- käse.ch
- töff.ch
- lüthi.ch
• Mit steigender Nachfrage nimmt auch das Konfliktpotenzial rund um Domain-Namen zu. SWITCH lanciert deshalb im gleichen Jahr einen "Streitbeilegungsdienst" – zur aussergerichtlichen Einigung.
• 61 Prozent der Haushalte in der Schweiz haben Internetzugang. Die Gesamtzahl aller bei SWITCH registrierten Domain-Namen liegt Ende 2004 bei 695 570.
• IPv6, wir kommen!
Viele Jahre vor der Vergabe der letzten IPv4-Internetadresse haben Hochschulen und Forschende schon die Möglichkeit, die IPv6-Fähigkeit ihrer Webseite zu testen: SWITCH stellt ihnen dazu ab sofort eine experimentelle Netzwerk-Infrastruktur mit IPv6 bereit.
Zeitsprung → "World IPv6 Day"
• Gemeinsam mit den Kollegen aus Österreich und Deutschland, von nic.at und denic.de, stellt SWITCH die erste Domain-Fachtagung "Domain Pulse" auf die Beine. Sie wächst bald zur grössten ihrer Art im deutschsprachigen Gebiet heran.
• Swisscom Mobile nimmt als erste Schweizer Mobilfunkgesellschaft ihr UMTS-Netz für drahtlose Datenübermittlung in Betrieb. Auch Live-TV ist darüber möglich.
2005
Foto: GoogleMaps
• Start des 3D-Panoramadienstes "Google Earth" und "Google Maps", einer Kombination aus Kartenansicht, Routenplaner und Satellitenansicht.
• Voll im Trend ist, wer über "Skype" kostenlos telefoniert, Dateien verschickt oder per Videokonferenz kommuniziert. In gerade mal zwei Jahren haben sich fast 50 Millionen User das "Voice-over-IP"- Programm heruntergeladen – und täglich kommen gut 120 000 dazu. Sieben Jahre später hat Skype bereits 35 Millionen Nutzende.
• Rund 120 000 Nutzende an neun Schweizer Hochschulen nutzen SWITCHaai, um mit einem Universal-Login Zugriff auf alle unirelevanten Inhalte zu haben.
• Zum ersten Mal
sind auch Schweizer Internetnutzende von "Phishing" betroffen. Internetkriminelle haben hunderte manipulierter E-Mails versandt, um an die Login-Daten von Bankkunden zu gelangen.
• "Schon vergeben." Das ist der Auftakt einer dreiteiligen Plakatserie, mit der SWITCH mit einem Augenzwinkern für Domain-Namen wirbt.
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• Die Vision einer E-Academia rückt ein grosses Stück näher: Erstmals können alle Angehörigen von ETH Zürich, Uni Neuchât
el und ZHAW unbegrenzt an bestimmten Hotspots schweizweit surfen. Möglich macht dies SWITCHmobile.
• ENUM (E164 Number Mapping) ist ein DNS-basierter Dienst, der es erlaubt, Internet mit Telefonieren zu kombinieren. ENUM-Domain-Namen kann man ab April registrieren.

2006
•
Das soziale Netzwerk "Facebook" öffnet sich auch Nicht-Studierenden und der Micro-Blogging-Dienst "Twitter" startet. Beides macht soziale Netzwerke zum Massenphänomen: Sechs Jahre später ist Facebook bereits auf über 900 Millionen Mitglieder angewachsen, Twitter auf 600 Millionen.
• 2006 ist das Jahr des Durchbruchs für Web-Videos – dank "YouTube", Adobes Flash-Video-Format und immer grösseren Internetbandbreiten.
• Nintendos "WII" steht erstmals in den Verkaufsregalen. Von der Spielkonsole mit interaktiven Bedienungselementen lassen sich sogar eingefleischte Fitnessfreaks zum "Gamen" verleiten.
• 50 000 Franken erhält ein Zürcher Elektroingenieur als Entschädigung für die Domain-Namen "schweiz.ch", "svizzera.ch" und "suisse.ch". Die muss er nämlich nach fünf Jahren an den Bund übergeben.
• "Rings closed!" heisst es fünf Jahre nach Start des Projekts
SWITCHlambda. Damit ist dasSchweizer Hochschulnetzwerk um gute 1850 Kilometer eigene Glasfasern reicher. Und nachdem der Aufbau erledigt ist, sorgt SWITCH für Betrieb und Monitoring des Netzwerks. Was manchmal gar nicht so einfach ist...
Wussten Sie, dass...
...sich Mäuse nicht nur gern durch Schweizer Käse, sondern auch mal durch Glasfaser-Kabel nagen?
Kein Scherz! Die Netzwerk-Ingenieure von SWITCH können davon ein Lied singen – und haben eindeutige Spuren gesichert!
• Scharf aufs Streaming sind Schweizer Hochschulen: Deshalb entwickelt SWITCH ein Exportmodul, mit dem Dozierende eigene Podcasts aufnehmen und Studierenden zur Verfügung stellen können. Bis heute gilt dieser Approach von SWITCH als herausragend.
2007
• Google lässt seinen "Street View"-Fuhrpark in der ersten US-Stadt los, um 360-Grad-Aufnahmen mit drei Meter hohen Kameras zu schiessen. Ein Jahr später kann man bereits virtuell die ersten Strassen, Parks, Gärten etc. auf "Google Street View" erkunden. Wenig später folgen auch Innenaufnahmen in Einkaufszentren, Geschäften und Museen.
• Apple präsentiert sein erstes iPhone. Um ein Exemplar zu ergattern, schlagen Kaufwillige vor dem ersten Verkaufstag in den USA sogar ihre Zelte vor dem Apple Store auf. Damit sie frühmorgens ganz sicher weit vorn in der Verkaufsschlange stehen.
• Ab sofort können Schweizer Studierende und Lehrende an über 2000 Hotspots via SWITCH PWLAN gratis im Internet surfen.
• Der ein-millionste Domain-Name geht an den Luzerner Halter von "www.ez14.ch".

Über 100 Klassen und gut 2000 Schüler aus der Schweiz nehmen erstmals am neu lancierten SWITCH Junior Web Award teil. Der Wettbewerb um die schönste selbst gestaltete Webseite kommt an!
• SWITCH zieht von den beiden Standorten am Limmat- und Neumühlequai an die Werdstrasse 2. Das bedeutet das Ende für eine der beliebtesten Webcams der Stadt. Neu überblickt die SWITCH Webcam die Zürcher Innenstadt sowie das Seebecken.
2008
• Der Computerwurm "Conficker", der noch Jahre später im Internet kursiert, wird erstmals gesichtet.
• ICANN gibt bekannt, dass sich Internetnutzende ab Mitte 2009 neue Web-Adressendungen à la ".stadt", ".heaven" oder ".hallo" sichern können.
• Mozilla veröffentlicht seinen Firefox 3 und setzt damit einen neuen Guinness-Weltrekord: für die meisten Software-Downloads innerhalb von 24 Stunden.
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• Amazons Kindle revolutioniert die Lesekultur.
Foto: Amazon.com |
• Wer hat die meisten? Antworten darauf liefert zum ersten Mal die Domain-Dichte-Karte von SWITCH. Und die zeigt: Jeder zehnte Schweizer hat sich seine Wunsch-Domain gesichert!
Hochgerechnet auf die letzten zehn Jahre, sieht das Ganze so aus: Zürich ist seit 1999 Spitzenreiter vor Bern und Basel.
• Auch eine Form der "Augmented Reality": Die Schweiz gerät im November 2008 international in die Schlagzeilen – als erstes Land, in dem einer Angestellten wegen eines Facebook-Eintrags gekündigt wird.
• SWITCH beginnt mit dem Aufbau einer Grid-Infrastruktur für die Schweiz.
2009
• Das benachbarte Pendant zu SWITCH, das Deutsche Forschungsnetz DFN, feiert sein 25-jähriges Bestehen.
• Windows 7 wird zum Image-Erfolg für Microsoft: Nach deutlichen Rückschlägen mit der Vorgängerversion "Vista", erweist sich das neue Betriebssystem als Erfolg.
• Ende Juni löst die Trauer über den Tod von Popstar Michael Jackson einen Rekord aus: Der globale Internetverkehr steigt auf ein historisches Level. Einschlägige Dienste und Webseiten brechen unter der Serverlast der virtuellen Trauergemeinde vorübergehend komplett zusammen.
• Der Antivirenhersteller "McAfee" bestätigt: Schweizer Internetadressen gehören zu den sichersten der Welt! Das nationale Security-Team SWITCH-CERT freut's – genauso wie die Nutzenden.
• Ausgerechnet zum "Zehnjährigen" der Authentifizierungs- und Autorisierungsinfrastruktur AAI darf SWITCH dafür den "EDUCAUSE 2009 Catalys
t Award" in Denver, Colorado entgegennehmen. Der Preis ist eine der wichtigsten Auszeichnungen
für internetbasierte Innovationen im Forschungs- und Bildungssektor.
• Seit August kann man per "Google Street View" durch Schweizer Städte kurven: Basel, Bern, Genf, Lausanne, Winterthur und Zürich wurden soeben ins 3D-Strassenpanorama integriert!
Grossmünster, Zürich
• Prämiere für die frisch lancierten "eduhub days": Das Treffen der e-Learning-Spezialisten aus der gesamten Schweiz bringt Innovationsgeist und gute Stimmung hervor.
• August 2009: SWITCH gründet die Tochterfirma switchplus, um Kunden neben Domain-Namen auch Hosting-Dienste anbieten zu können.
• Die "ShanghAI Lectures"-Serie startet als revolutionäres e-Learning-Exempel: Initiiert von der Uni Zürich und gefördert von GÉANT, soll die Vorlesungsreihe über "Artificial Intelligence" eine weltweite Wissenscommunity von Studierenden und Forschenden schaffen.
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| Infoblatt (englisch) | |
Auch SWITCH macht mit: Per SWITCHlan gelingt die "Twin-Internetkonferenz" beim ersten "World Resources Forum" – von Davos bis ins japanische Nagoya. Drei Jahre später haben bereits 1000 Studierende aus über 40 Unis aller Kontinente mitgemacht.
2010
• 25 Jahre nach seiner Erfindung schlägt Tetris als erfolgreichstes Computerspiel noch immer alle Rekorde: In der Handy-Version knackt es innerhalb von fünf Jahren 2010 die Verkaufsmarke von 100 Millionen.
Haupattraktion des Spieles sind nach wie vor die bunten "Tetrominos".
• Das Usenet lebt weiter! Mittlerweile kann keiner so genau sagen, wie viele Gruppen es weltweit gibt. Schätzungen zufolge dürften es um die 170 000 sein.
• Apples iPad geht erstmals über den Ladentisch – innerhalb der ersten vier Wochen über eine Million Mal.
• Das World Wide
Web wird auf Initiative des Magazines "Wired" für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen – neben 236 weiteren Nominierten. Grund ist die wichtige Rolle des Internets bei den jüngsten Bürgerrechtsbewegungen im Nahen Osten.
Höhenrekord!
Am Schweizer Wissenschaftsnetz SWITCHlan ist jetzt auch die Hochalpine Forschungsstation Jungfraujoch auf 3500 Meter über Meer angeschlossen.
Vorher ohne... |
...nachher mit Highspeed aufs Jungfraujoch! |
• Die neue Vision steht: "SWITCH erschliesst den Wissensraum".
• Die ersten Unternehmen lancieren die SuisseID. Wer sie hat, kann sich damit im Internet identifizieren oder rechtsgültig Dokumente signieren.

• Als eine der ersten Registrierungsstellen führt SWITCH "DNSSEC" für ".ch"- und
".li"- Adressen ein. Seitdem können Halter ihre Domains elektronisch signieren und vor Manipulation im Internet schützen.
2011
• Das Unvermeidbare wird wahr: Im
Februar vergibt die "Internet Assigned Numbers Authority" die weltweit letzte freie IPv4-Internetadresse. Weiter geht's mit der Nachfolgerversion "IPv6", die erstmals Anfang Juni beim "World IPv6 Day" aktiviert wird.
→ Hier können Sie testen, ob Ihr Rechner Ipv6-bereit ist!
• Google knackt die 1-Milliarden-User-Marke. Das entspricht der Hälfte aller Menschen, die überhaupt im Internet sind. Weltweit haben rund 95 Prozent aller Erwachsenen ein Handy.
• Wer andere mit Malware infiziert, hat jetzt keine Ausrede mehr: In Zusammenarbeit mit Schweizer Hosting-Providern sperrt SWITCH ab sofort Webseiten, die schädliche Software verbreiten und Computer anderer Internetnutzende mit Malware infizieren. Erste Bilanz: Die Massnahme fruchtet!
• April 2011: Es
gibt genau 1,5 Millionen registrierte ".ch"- und 65 000 ".li" Domain-Namen.
• SWITCH ruft die Hochschulen zum IPv6-Wettbewerb auf: Sieger wird die Zürcher Fachhochschule. Ihre Seite "www.zfh.ch" ist die erste offizielle Webseite einer Hochschule, die über Ipv6 erreichbar ist.
2012
• GÉANT kündigt für Europa ein Terabit-Netzwerk an. Das europäische Forschungsnetzwerk GÉANT verbindet die Wissenschaftsnetze von 26 Ländern (u.a. die Schweiz) untereinander sowie mit den wichtigen internationalen Forschungsnetzen.
• Die iPhone-App von Skype beschert dem Videokonferenz-Dienst ungeahnte Rekorde: Ende Februar greifen rund 32 Millionen Internetnutzende gleichzeitig darauf zu, Ende März sind es bereits drei Millionen mehr. Das erfreut vor allem Microsoft, das Skype Mitte 2011 für 8,5 Millionen Dollar erstanden hat.
• Google geht auf Tauchstation: Im Februar kündigt der Konzern an, zusammen mit der Universität Queensland 360-Grad-Unterwasser-Aufnahmen des Great Barrier Reefs schiessen zu wollen.
Foto: Underwater Earth, Caitlin Seaview Survey
Das Ganze ist ein Testlauf und Teil des Projekts "Seaview", der Kartografierung aller Ozeane zu Forschungszwecken. Fotografiert wird mittels 360-Grad-Kamera mit eigenem Antrieb: Ein Taucher hängt sich hinten dran, tuckert mit durchschnittlich 4 km/h durchs Wasser, während die Kamera alle 4 bis 6 Sekunden automatisch auslöst.
• Weltweit werden rund 200 Milliarden Mails pro Tag versandt.
• Ab 2012 können beliebige Begriffe als Adress-Endung beantragt werden, so genannte "New gTLDs", neue generische Top-Level-Domains. Damit steht selbst ausgefallenen Adressen wie "www.scherz.keks" oder "www.studium.eth" nichts mehr im Weg.
• Im Februar sendet die SWITCH-Webcam Jungfraujoch erstmals aus 3500 Metern Höhe Live-Aufnahmen in HD-Qualität. Das hilft nicht nur Wetterforschenden der Schweiz, sondern ist auch ein Spektakel für Panorama-Liebhaber – an 364 Tagen im Jahr.
Für alle, die die Schweizer Bergwelt in- und auswendig kennen, hier ein kleiner Test:
Wo ist der Fehler im Bild?
• Dr. Andreas Dudler wird im Mai neuer Geschäftsführer von SWITCH.
• Das Bundesgericht hat entschieden: "Google Street View" darf ohne Zustimmung der Betroffenen nicht über Schweizer Gartenzäune fotografieren. Damit wird der Street-View-Fuhrpark neu ausrücken müssen, um Fotos auf Kopfhöhe zu knipsen.
So sieht eine typische "Google Street View" aus.
• 70 Prozent aller Schweizer sind regelmässig im Internet.
• Die Schweiz feiert ein doppeltes Jubiläum (kein Zufall...): 25-Jahre ".ch" und 25 Jahre SWITCH.

2013
•
• Als erste
Organisation überhaupt wird SWITCH in die Hall of Fame des Wettbewerbs "Best of Swiss Web" aufgenommen. Die Laudation zum Ehrenpreis hält Internet-"Guru"
Vinton Cerf.








































































