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Schweizer Jugend gibt im Internet Persönliches preis

Privatsphäre im Internet war gestern. Zumindest, wenn man die Jugend von heute fragt. Das zeigt die aktuelle Umfrage des SWITCH Junior Web Barometers 2013, bei dem 510 Schülerinnen und Schülern eingehend zu ihrem Internetverhalten befragt wurden.

Publiziert am 22.01.2014

Ungeachtet der aktuellen Diskussionen um Daten- und Identitätsschutz im Internet geben Kinder und Jugendliche bereitwillig persönliche Daten über sich preis: Gut 80 Prozent der 13- bis 20-Jährigen und immer mehr Sechs- bis Zwölfjährige sind mit ihrem richtigem Namen oder einem Foto für jeden im Internet auffindbar. Auch das Geburtsdatum, liebste Hobbies oder der aktuelle Beziehungsstatus werden offen mit der Netzgemeinde geteilt. Warum? Weil es «cool» ist, sagen Kinder, Teenies und junge Heranwachsende.  62 Prozent der Kinder und Jugendlichen nutzen das Internet täglich. An einem normalen Wochentag verbringen 22 Prozent der Sechs- bis Zwölfjährigen, 47 Prozent der 13- bis 16-Jährigen und 57 Prozent der 17- bis 20-Jährigen mindestens eine Stunde im Internet.

Chat und Videos am beliebtesten 

Einmal im Internet, nutzen 13- bis 20-Jährige es vor allem für Eines: Chatten, Chatten und nochmals Chatten – am liebsten via "WhatsApp", den Instant-Messenger-Dienst für Mobilgeräte. Bei den Sechs- bis Zwölfjährigen hingegen liegen Musikvideos auf "YouTube" am höchsten im Kurs.

Freier Zugang und wenig Kontrolle 

Laut SWITCH Junior Web Barometer steigt die Verbreitung internetfähiger Geräte über alle Altersklassen hinweg, selbst bei den Sechs- bis Zwölfjährigen. Auch mobil: Während 2012 noch 61 Prozent dieser Alterskategorie weder Handy noch iPad oder Ähnliches besassen, haben heute nur noch 21 Prozent der Kinder kein mobiles Gerät. 

Parallel dazu sinken offenbar die Möglichkeiten der Eltern, den Internetkonsum ihrer Kinder zu kontrollieren. So darf die Mehrheit der Sechs- bis Zwölfjährigen mit eigenem Handy oder Tablet-PC ohne explizite Erlaubnis der Eltern im Internet surfen: 30 Prozent dürfen dies, so lange sie wollen, 40 Prozent dürfen chatten, mit wem sie wollen und 45 Prozent jeden Inhalt teilen, den sie wollen. Spätestens wenn die Kinder dann 17 bis 20 Jahre alt sind, gibt es für sie so gut wie keine elterliche Regeln oder Kontrollen beim Internetkonsum mehr.

Internetaffine Jugend

Die Jugend schätzt ihre Kenntnisse positiv ein. 70 Prozent der Sechs- bis Zwölfjährigen glaubt, über gutes bis sehr gutes Internetwissen zu verfügen – bei den 13- bis 20-Jährigen sind es gar 90 Prozent. Mit zunehmenden Alter steigt dabei auch der Zweifel an der Internetkompetenz der eigenen Eltern: 60 Prozent der 17- bis -20-Jährigen stellt ihnen hier ein schlechtes bis sehr schlechtes Zeugnis aus.

Medienkompetent bis zur Oberstufe 

In punkto Medienkompetenz zeigt die Umfrage auch: Die Eltern müssen die Kids bis Ende der Primarstufe medienkompetent machen. Eine Möglichkeit dafür wären Lernkurse zur Benutzung sozialer Netzwerke – die auch bei den Befragten Anklang fänden. Sofern diese in der Schule stattfänden: 48 Prozent der Sechs bis Zwölfjährigen würde sich dies wünschen, 41 Prozent der 13- bis 16-Jährigen. Bei den jungen Erwachsenen votieren immerhin noch 38 Prozent dafür.

Über SWITCH

SWITCH hat als Partnerin der Hochschulen vor 25 Jahren das Internet in die Schweiz gebracht. Heute entwickelt die Non-Profit-Organisation mit 100 Mitarbeitenden am Sitz in Zürich Internetdienste für Lehrende, Forschende, Studierende sowie für kommerzielle Kunden. SWITCH steht für Sicherheit im Internet.

 AnhängeDie Resultate der Studie SWITCH Junior Web Award Barometer 2013