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Aufgabentrennung bei Vergabe von .ch-Internet-Adressen

Publiziert am 30.06.2014

Die Stiftung SWITCH ist heute für .ch-Domain-Namen vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) mit einer Doppelrolle beauftragt: Einerseits ist sie in der Rolle als Registry für den Betrieb der Domain-Namen-Datenbank zuständig. Andererseits ist SWITCH bis März 2015 verpflichtet, den Endkunden .ch-Domain-Namen in der Rolle als Registrar direkt zu verkaufen. Diese Doppelrolle wird nächstes Jahr beendet und es kommt zur Aufgabentrennung. SWITCH wird alle Halter von .ch-Domain-Namen ab Anfang 2015 in einem geordneten Prozess mit einer mehrstufigen Kommunikation informieren und begleiten. Für Kunden von SWITCH besteht kein Handlungsbedarf, solange sie von SWITCH nicht mit detaillierten Informationen zum Handeln aufgefordert werden.

SWITCH und das BAKOM haben den Transfer-Prozess gemeinsam definiert und mit den Registraren abgestimmt. Die Halter werden drei Monate vor Abonnements-Ende aufgefordert, Ihre Domain-Namen von SWITCH zu einem Partner Ihrer Wahl zu transferieren. Dieser Prozess wird insgesamt etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. SWITCH fokussiert sich danach auf die regulierte Tätigkeit als Registry. Damit sorgt sie weiterhin für den sicheren und stabilen Betrieb der .ch-Länderendung.

Regulierung nicht mehr notwendig

"Wir begrüssen diese Trennung von hoheitlicher, regulierter Aufgabe und Endkundengeschäft. SWITCH hat im Laufe der Jahre einen gut funktionierenden Markt für Domain-Namen aufgebaut", hält Dr. Andreas Dudler, Geschäftsführer von SWITCH, fest. "Heute gibt es rund 70 Registrare, die den Endkunden mit ganzheitlichen Dienstleistungen zur Auswahl stehen. Darunter auch switchplus, unsere Tochtergesellschaft, die ihrerseits .ch-Domain-Namen im Angebot hat. Als neutrale, unabhängige Stiftung konzentrieren wir uns künftig auf den sicheren und stabilen Betrieb der Registry und auf unsere Dienstleistungen für die Schweizer Hochschulen."

Die Registry: für ein sicheres und stabiles Schweizer Internet

Mit dem Betrieb der DNS (Domain Name System) Infrastruktur für .ch sorgt SWITCH für ein stabiles, ausfallsicheres Schweizer Internet, macht es weltweit verfügbar und schützt es vor Angriffen. Der Schutz des Internets in der Schweiz hat für SWITCH oberste Priorität. So bekämpft das renommierte Computer Emergency Response Team (CERT) von SWITCH seit 2010 erfolgreich Malware (schädliche Software) auf Schweizer Webseiten. Dadurch gehört die Top Level Domain .ch zu den sichersten der Welt. Die Registry von .ch ist eine kritische Infrastruktur für die Schweiz und muss deshalb besonders hohe Sicherheits-Standards erfüllen. SWITCH garantiert mit langjähriger Erfahrung und ausgewiesenem Leistungserfolg für das robuste Design und den stabilen Betrieb dieser kritischen Infrastruktur. Auf internationaler Ebene pflegt SWITCH wichtige Kontakte, arbeitet mit den Behörden zusammen und engagiert sich in Organisationen wie ICANN, CENTR, IGF, ITU, OECD, ENISA, DNS-OARC, IETF, FIRST und die Anti-Phishing Working Group.

Interview mit SWITCH CEO Andreas Dudler

Häufige Fragen zum Transfer-Prozess

Begriffserklärungen

Registry

Als Registry werden Organisationen verstanden, die den Betrieb des Domain Name Systems (DNS) eines jeden Landes zentral verwalten. Diese sind insbesondere für die Vergabe von Domain-Namen des jeweiligen Landes zuständig (z.B. nic.at für Österreich oder denic.de für Deutschland). In der Schweiz ist SWITCH vom BAKOM bzw. vom Amt für Kommunikation des Fürstentums Liechtenstein mit der Vergabe von Domain-Namen der Länderendungen .ch und .li betraut.

Registrar

Als Registrar werden Unternehmen verstanden, die ihren Kunden die Registrierung von Domain-Namen und zusätzliche Dienstleistungen wie beispielsweise E-Mail oder Web-Hosting anbieten. Der Registrar agiert somit als Wiederverkaufspartner der Registry und ist Schnittstelle zwischen Registry und dem Endkunden (Domain-Namen-Halter).