Diese Story ist aus der Kategorie Internet und Domains 

Die Nach-Domain-Namen-Ära beginnt

Der Bundesrat hat heute, 5. November, die neue Verordnung über Internet-Domains (VID) verabschiedet. Für SWITCH bedeutet dies, dass sie ab Anfang Januar 2015 keine Domain-Namen mehr verkauft. Wie geht es nun weiter?

Text: Anja Eigenmann, publiziert am 05.11.2014

Es ist keine Überraschung für SWITCH: Seit Jahren schon zeichnete sich ab, dass die Stiftung den Direktverkauf von Domain-Namen mit der Endung .ch und die Betreuung deren Halter abgeben würde. Entsprechend hat sie den Transfer der Domain-Namen von langer Hand und sorgfältig zusammen mit dem Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) vorbereitet.

SWITCH bleibt Registry

Der Grund für die Neuregelung ist, dass sich international ein anderes Modell durchgesetzt hat, als in der Schweiz in Bezug auf die Domain-Namen praktiziert wird. SWITCH nahm bislang eine Doppelaufgabe bei den Aufgaben rund um die Domain-Namen mit der Endung .ch wahr: Einerseits betreibt sie die technische Infrastruktur, die es für .ch braucht, also das Verzeichnis der Domain-Namen mit der Endung .ch. Anderseits verkaufte sie diese Domain-Namen und betreute deren Halter. Letzteres ist eine Aufgabe, die immer mehr auch Geschäftspartner von SWITCH übernahmen, so genannte Registrare. Die erste Aufgabe, der Betrieb des Verzeichnisses der Domain-Namen (auch Registry genannt), ist eine sehr heikle. Denn würde diese Infrastruktur ausfallen, kämen breite Teile des öffentlichen Lebens in der Schweiz zum Erliegen (siehe auch hier). Deswegen ist sie vom Bund stark reguliert. Die zweite Aufgabe, die der Registrare, ist nicht speziell geregelt. Nun löst die neue Verordnung über Internet-Domains diese Doppelaufgabe auf: In den Übergangsbestimmungen der Verordnung wird festgehalten, dass SWITCH als Betreiberin der Registry ab Anfang Januar 2015 keine neuen Vertragsverhältnisse zu Endkundinnen und -kunden eingehen darf und dass bestehende Kunden ihre Domain-Namen zu einem Registrar transferieren müssen. Ab Mitte Januar 2015 beginnt SWITCH damit, ihre Kunden schriftlich zum Transfer ihrer Domain-Namen zu den Registraren aufzufordern. Unsere Tochterfirma switchplus wird als Registrar weiterhin alle Dienstleistungen rund um Domain-Namen anbieten.

Was aber macht SWITCH in Zukunft?
Die Stiftung wird sich auf den Betrieb des .ch-Domain-Namen-Verzeichnisses konzentrieren und dafür sorgen, dass das Schweizer Internet sicher und stabil läuft. Das ist aber bei weitem nicht alles: Die Hauptaufgabe von SWITCH besteht darin, Internetdienstleistungen für Hochschulen zu entwickeln und zu betreiben. Einige Beispiele:

  • Erst kürzlich hat SWITCH im Projekt ALPSTEIN begonnen, die Kapazität der Netze zu vervielfachen.
  • Das Computer Emergency Response Team (CERT) von SWITCH bekämpft erfolgreich schädliche Software im Schweizer Wissenschaftsnetz, auf Schweizer Websites und bei Banken (siehe auch hier).
  • Für Forscher hält SWITCH unter anderem grosse Speicherkapazitäten bereit.

Dies ist nur eine kleine Auswahl an Diensten, welche die Stiftung SWITCH für das Schweizer Internet und den Forschungsplatz Schweiz erbringt.


Medienmitteilung von SWITCH zur VID
VID
Interview mit Andreas Dudler
Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Transfer-Prozess
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