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Strategisch auf Kurs bleiben

ID-Leiter sind wichtige Kontakte für SWITCH. Sie helfen, die Services auf die Bedürfnisse der Hochschulen zuzuschneiden.

Text: Christoph Witzig, publiziert am 20.05.2016

Die Informatikdienste (IDs) der Hochschulen tragen die Verantwortung für IT-Strategie und -Architektur der zentralen IT-Dienstleistungen, betreiben diese und erbringen Support für die Hochschulangehörigen. Deshalb spielen sie für SWITCH eine ganz zentrale Rolle. Ihre Dienste müssen entsprechend nicht nur die Bedürfnisse der Anwender erfüllen, sondern auch in die Umgebungen, Strategien, Zeitpläne, und Budgets der Hochschul-IT passen.

Somit ist es essenziell, dass SWITCH auf unterschiedlichsten Ebenen den Austausch mit den IDs pflegt:

Einerseits auf der Community-Ebene, wo es unter anderem auch um die technische und funktionale Ausgestaltung der Dienste geht. In den Working Groups sind alle möglichen Hierarchiestufen und Domänen vertreten, von den technischen Mitarbeitenden bis zu den Leitern.

Anderseits auf der IT-Managementstufe, wo es wichtig ist, dass SWITCH strategische Überlegungen und Bedürfnisse versteht, damit sie ihre Arbeit ganzheitlich ausrichten kann. Auf Ebene IT-Management stehen SWITCH unterschiedlichste Gremien und Plattformen zu Verfügung:

Optimierungsvorschläge erwünscht

Zum Ersten die persönlichen Arbeitstreffen mit den einzelnen Verantwortlichen der Informatikdienste. Sie wurden eingerichtet, damit diese Rückmeldungen zu Dienstleistungen geben und Optimierungsvorschläge sowie Wünsche einbringen können.

Zum Zweiten der Einsitz von SWITCH in ASIUS, FID und PH-ID. In diesen Gremien treffen sich die ID-Leiter von Universitäten, Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen. Sie kommen zwei- bis viermal pro Jahr zusammen, typischerweise für einen Tag. Die Teilnahme an diesen Sitzungen ist für SWITCH so wichtig, weil darin besprochen wird, welche Themen die IDs der Hochschulen bewegen und welche sie zusammen anpacken wollen. Wo ein gemeinsamer Ansatz gefragt ist, könnten Dienste von SWITCH die Lösung sein.

Den Puls der Community fühlen

Zum Dritten der ICT Focus. Er bietet SWITCH nicht nur die Gelegenheit, die ID-Leiter und Angehörigen der Informatikdienste über SWITCH-Services und den Stand von Projekten zu informieren, sondern auch, den Puls der Community zu fühlen und ihre Einschätzung und Bedürfnisse zu strategisch wichtigen Geschäftsfeldern einzuholen.

Strategie im Einklang mit Bedürfnissen

Zusätzlich sind ID-Leiter im Ausschuss und Stiftungsrat von SWITCH engagiert. Damit ist sichergestellt, dass die Gesamtstrategie der Stiftung im Einklang mit den Bedürfnissen der Hochschul-IT bleibt.

Mit dem Inkrafttreten des Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz und der Gründung von swissuniversities wollen sich ASIUS, FID und PH-ID neu als drei Kammern eines Netzwerkes der Informatikdienste konstituieren. Für SWITCH wird sich damit aber kaum etwas ändern. Die IDs sind weiterhin unschätzbare Stakeholder für sie, die Zusammenarbeit mit ihnen unabdingbar.

In den folgenden drei Beiträgen kommen deshalb die Vorsitzenden von ASIUS, FID und PH-ID zu Wort.

Das Ohr nahe an den Hochschule

"SWITCH kennt als Stiftung der Schweizer Hochschulen im Vergleich zu kommerziellen Anbietern die Bedürfnisse der Schweizer Hochschulen und deren Umfeld in Sachen IT sehr gut. Sie hat das Ohr nahe an der Community und kann so zur rechten Zeit Akzente in der IT-bezogenen Diskussion setzen, um die IT-Hochschullandschaft weiterzubringen. Die Community ist für SWITCH die Basis, mit deren Hilfe sie die Anforderungen für ihre Dienstleistungen herauskristallisiert. Zwischen den Hochschulen und SWITCH finden sehr offene Diskussionen statt. Dadurch konnte SWITCH verschiedene Dienstleistungen aufbauen, die bestens auf diese Anforderungen angepasst sind. Als Stiftung der Hochschulen ist sie nicht gewinnorientiert und nahe an den Hochschulen – das macht sie zu einer speziellen und attraktiven Anbieterin von wertvollen Dienstleistungen.

Ausser als IT-technische Dienstleisterin fungiert SWITCH auch als Plattformorganisatorin; sie bringt Menschen für den Informations- und Erfahrungsaustausch zusammen. Dabei geht es sowohl um organisatorische und strategische wie auch operative Themen. Diese informellen Leistungen machen SWITCH als Partnerin der Hochschullandschaft besonders wertvoll. Aus Sicht der Universität St.Gallen beispielsweise ist die von SWITCH ins Leben gerufene ISMS-Working Group sehr nützlich.

Wichtige Leistungslieferantin

SWITCH ist auch ständiger Gast bei ASIUS, und so mit den Mitgliedern im steten Dialog über bestehende sowie neue Projekte und nationale Initiativen. ASIUS schätzt diesen Austausch sehr und erachtet ihn als enorm wichtig. Aus ihrer Sicht ist SWITCH eine wichtige Leistungslieferantin. Als Erfolge hervorzuheben sind neben dem SWITCH-Ur-Service Netzwerk die beiden neuen Dienstleistungen SWITCHdrive und SWITCHengines. Zumindest an der Universität St.Gallen konnten die beiden Letzteren die lokale IT signifikant entlasten. Auch SWITCHprocure ist als Erfolg zu werten. Ein weiterer zentraler und wichtiger Dienst ist SWITCHaai, welcher seit langem die Schweizer Hochschullandschaft prägt. Interessantes Potenzial für den Ausbau der Dienstleistungspalette hat die Swiss edu-ID.

Kontinuität gewünscht

ASIUS wünscht sich von SWITCH Kontinuität bei den Dienstleistungen. Dazu braucht es ausreichende Planungssicherheit, also gründliche Abklärungen des Bedarfs und der Anforderungen, sowie verbindliche Zusagen der Abnehmer. Letztere müssen sich früh ein genaues Bild machen können, was ein Dienst im Detail kann und kostet. ASIUS wünscht sich ausserdem, dass sich SWITCH stärker mit dem Thema Sourcing auseinandersetzt und mit einer entsprechenden Strategie festlegt, welche Services und Produkte sie auf dem freien Markt einkauft und welche sie - aus welchen Gründen - im Unterschied dazu selber betreibt und baut. Des Weiteren sollten sich die SWITCH-Dienstleistungen in die Angebote der lokalen Hochschul-IT-Abteilungen einbetten.

Auch in Zukunft sollte SWITCH ihre Rolle als zentrale Anbieterin von breit genutzten Dienstleistungen für akademische Institutionen der Schweiz sowie als Plattform für Erfahrungsaustausch beibehalten. Dabei könnte sie ihr Portfolio um Dienstleistungen im Bereich der Informationsversorgung erweitern."


SWITCH als Serviceprovider und Brückenkopf

"SWITCH ist die Stiftung, die von und für uns Hochschulen gegründet wurde. Ihr Zweck ist, Services für uns bereitzustellen. Dort, wo Fachhochschulen zu klein sind, um etwas gut anzupacken, kommt SWITCH als Serviceprovider ins Spiel. Deswegen ist ein enger Kontakt zwischen FID und SWITCH wichtig. Also hat SWITCH einen festen Platz in unseren FID- Meetings. Es ist entscheidend, dass SWITCH unsere Wünsche und Anforderungen aufnimmt, bei der Entwicklung von Lösungen Verantwortung übernehmen kann und dabei zur Serviceanbieterin wird.

Für grössere Hochschulen mag eine Institution wie SWITCH weniger wichtig sein, weil sie unter Umständen die finanziellen Mittel haben, um eigene Services aufzubauen. Aber speziell für die kleinen ist es essenziell, Verbindendes stärker zu werten als Trennendes und auf dieser Basis eine gemeinsame Dienstleistung zu kreieren. SWITCHdrive wurde aufgrund einer Eingabe der FID in den Innovationsprozess von SWITCH entwickelt.

Auf Hochschulbedürfnisse zugeschnitten

Auch SWITCHprocure entstand auf ihr reges Mitfordern. Es ist nicht immer nötig, dass SWITCH Dienste selber aufbaut. SWITCH-Services stehen immer mehr in Konkurrenz zu kommerziellen Dienstleistungen. Dem Abwägen der Vor- und Nachteile gegenüber einer kommerziellen oder einer Lösung aus einer anderen Institution des tertiären Bildungsbereiches muss zunehmend Rechnung getragen werden. Hochschulspezifische Anforderungen können unter anderem aus dem Bereich Datensicherheit kommen. Das war auch bei SWITCHdrive der Fall: Bezüglich Funktionalitäten kann der Dienst mit kommerziellen Angeboten durchaus mithalten. Zudem ist SWITCHdrive mit dem AAI-Login optimal auf die Bedürfnisse der Hochschulen zugeschnitten. Hier zeigt sich auch eine der grossen Herausforderungen von SWITCH: Wie muss sie einen Service gestalten, damit die Hochschulen ihn tatsächlich nutzen wollen? SWITCH schafft das unter anderem dank ihrer qualifizierten Fachleute und der Vernetzung in der Community.

SWITCH muss aber bestehende Dienste auch beenden können, wenn sich die Situation geändert hat. Deswegen ist es wichtig, dass SWITCH schon bei neuen Diensten deren Ablösung mitbedenkt.

Commodity orchestrieren erwünscht

Ein SWITCH-Service kann auch darin bestehen, einen Brückenkopf zu einem kommerziellen Anbieter zu bauen. Also als Kontaktstelle für die Hochschulen zu fungieren, Verhandlungen mit Anbietern zu führen und Verträge rechtlich zu überprüfen, wie SWITCHprocure es tut. Oder auch die Vor- und Nachteile zweier unterschiedlicher kommerzieller Anbieter herauszuarbeiten. Das Schöne an SWITCH ist ja, dass sie als Stiftung «unsere» Dienstleistungen anbietet und nicht Gewinnoptimierung in den Vordergrund stellt.

Eine weitere wichtige Aufgabe von SWITCH ist die Vernetzung der Hochschulen. Nicht nur im technischen Sinn. Gerade im Bereich Security ist dieser Austausch von wachsender Bedeutung."


 

Kontinuität und Expertise

"SWITCH ist uns für Services die wir selber nicht erbringen können oder wollen wertvoller Enabler. Manche Pädagogische Hochschulen sind in ihrer Grösse überschaubar und die Fächer, die unterrichtet werden, vorwiegend nicht-technischer Natur. Daraus entstehen andere Bedürfnisse als zum Beispiel bei ASIUS oder FID. Trotzdem nutzen wir einige Dienstleistungen von SWITCH intensiv, beispielsweise SWITCHportfolio, SWITCHtube wie auch SWITCHdrive. Eduroam und SWITCHaai – später dann die Swiss edu-ID – sind für uns Schlüsseldienstleistungen: Der Zugriff aufs Internet muss für Mitarbeitende und Studierende schnell und unkompliziert zur Verfügung stehen. Dies funktioniert dank den SWITCH-Dienstleistungen flächendeckend.

Entlastung und Kontinuität als Mehrwert

Wenn wir wissen wollen, welche Lösungen für uns sinnvoll und möglich sind, ziehen wir gern SWITCH zu Rate. Generell ist sie uns grosse Unterstützung und Entlastung. Wir nutzen diejenigen Dienstleistungen aus dem Portfolio, welche unseren Bedürfnissen am besten entsprechen. Unsere IT-Ansprüche bewegen sich auf durchschnittlichem Niveau, wir sind primär Infrastrukturbetreiber. Daher machen wir von SWITCH-Angeboten gern Gebrauch, wenn diese unsere bestehende IT-Umgebung sinnvoll ergänzen oder unterstützen.

Wir schätzen enorm, dass wir über Jahre hinweg dieselben kompetenten und hilfsbereiten Ansprechpersonen als Partner haben. Eine wichtige Kontinuität, welche die Zusammenarbeit wesentlich erleichtert. Die Hilfe, die wir bei der PHBern beispielsweise mit IDP-Hosting erhalten haben, war grossartig. Sie unterstützte uns sogar bei administrativen Arbeiten, was eigentlich in unseren Aufgabenbereich gehört hätte. Wir waren sehr dankbar für dieses aussergewöhnliche Engagement.

Kenner unseres Umfelds

SWITCH verfügt über ein enormes Verständnis für das Hochschulumfeld. Dieses, kombiniert mit der fachlichen Kompetenz, ist bei kommerziellen Anbietern schwer zu finden. Dasselbe gilt für die ausgereiften Produkte, die Kommunikation oder das Wissen über den Stand der Dienstleistungen in deren Lebenszyklus. Auch im Preis-Leistungsverhältnis schneidet sie gut ab. SWITCHdrive beispielsweise kostet massiv weniger als kommerzielle Produkte. Hinzu kommen die wichtigen Faktoren wie die hohe Zuverlässigkeit und Stabilität der Dienste.

Rechenzentrum aus der Cloud

Für die Zukunft wünschen wir uns, dass SWITCH die Kontinuität und die Konzentration aufs Wesentliche beibehält. Mit dem, was sie uns bietet, sind wir zurzeit sehr zufrieden. In fünf bis zehn Jahren werden wir möglicherweise viele Daten aus einer Cloudumgebung beziehen. SWITCH könnte dann den Betrieb unserer Rechenzentren übernehmen oder uns ein LDAP anbieten, das sich über alle PHs hinweg erstreckt. Für solche Lösungen könnten wir uns sicherlich begeistern."

Über den Autor
Christoph   Witzig

Christoph Witzig

Seit 2005 arbeitet Christoph Witzig bei SWITCH, zur Zeit als Leiter des Bereichs Central ICT Providers. Zuvor studierte an der ETH Zürich Hochenergiephysik, doktorierte am CERN in Genf und war in verschiedenen Funktionen tätig, unter anderem auch in den USA.

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