"Die Reise in einen neuen Business-Bereich"

Die bisherigen Erkenntnisse aus dem Innovationsprojekts Community Service Hub bewegten SWITCH dazu, weiter in den Aufbau des neuen Geschäftsfelds «Digital Solutions and Consulting Services» zu investieren. Marco Dütsch leitet seit 1. Mai dieses Jahres die entsprechenden Aufbauarbeiten. Was er vorhat, erzählt er in diesem Interview.

Text: Séverine Jagmetti, publiziert am 15.06.2018

SWITCH: Marco, wie hast du dich bei SWITCH in den ersten Wochen eingelebt?

Marco Dütsch: Vielen Dank der Nachfrage. Ich habe mich sehr gut eingelebt. Dies vor allem, weil ich von allen SWITCH-Mitarbeitenden sehr gut aufgenommen wurde und auch auf eine grosse Hilfsbereitschaft treffe. Es war zudem sehr interessant zu erfahren, was SWITCH alles macht und wieviel Know-how wir in einer Firma vereinen.

SWITCH: Welche Aufgaben wirst du als erstes anpacken?

Marco Dütsch: In der Anfangszeit wird mein Fokus primär auf dem Thema Community Service Hub liegen. SWITCH beschäftigt sich ja schon längere Zeit mit diesem Thema und hat einen Proof of Concept (PoC) erfolgreich abgeschlossen. Um den Community Service Hub nun operativ an den Markt zu bringen, müssen wir noch einige Hausaufgaben erledigen. Es gilt, die Key Learnings aus dem PoC nochmals genau zu analysieren und uns zu fragen: Was sind die Erwartungen der verschiedenen Anspruchsgruppen? Wo wurden sie erfüllt, wo gibt es noch Handlungsbedarf?

Zusätzlich müssen wir die Projektziele, das Thema Governance sowie das Geschäftsmodell inklusive Business case, Meilensteine und Go-to-market nun detailiert festlegen. Es muss klar sein, welche kommerziellen Anbieter wir miteinbeziehen und welche Dienstleistungen SWITCH den akademischen Service Providern zur Verfügung stellt. Ich denke hier an Dienstleistungen wie Reporting, Billing, On-Boarding- oder auch Marketing-Unterstützung.

"Das Guidelines-Board mit Community Mitgliedern soll auch in Zukunft für den operativen Service in einer noch zu definierenden Zusammenstellung bestehen bleiben."

Für den PoC wurde ein Guidelines-Board mit Community-Mitgliedern ins Leben gerufen. Dieses soll auch in Zukunft für den operativen Service in einer noch zu definierenden Zusammenstellung bestehen bleiben. Es entspricht bekanntlich einem zentralen Alleinstellungsmerkmal von SWITCH, dass die Community sehr eng in die Entwicklung der Dienste miteinbezogen wird.

Sehr schnell muss auch die Entscheidung bezüglich der Plattform getroffen werden. Dieser Prozess ist bereits am Laufen. Er ist sehr aufschlussreich und zeigt auf, wie sich die verschiedenen Hersteller positionieren und wie sie die Zukunft sehen. Die Technologie macht den Projekterfolg vielleicht zu 20 Prozent aus, wenn überhaupt. Viel wichtiger bei dieser Evaluation ist somit, dass wir uns eine Zusammenarbeit mit dem Hersteller gut vorstellen können und dabei ein gutes Gefühl haben. Damit ist auch gesagt, dass der Community Service Hub nicht einfach ein Projekt ist, welches einen Start- und Endpunkt hat. Mit dem Community Service Hub begeben wir uns auf eine Reise in einen neuen Business-Bereich.

SWITCH: Und wo siehst du die grössten Herausforderungen auf dieser Reise in einen neuen Business-Bereich?

Marco Dütsch: Es ist sicherlich nicht ganz einfach für ein so neues Thema einen Business case zu erstellen. Dennoch möchte ich hier von gewissen Annahmen ausgehen. Ich werde versuchen, best-case und worst-case Szenarien zu berechnen. Die grösste Herausforderung sehe ich in der Erarbeitung der Go-to-Market Strategie. Es geht hier um die Frage: Wie erreichen wir in kurzer Zeit genügend Endbenutzer und gleichzeitig eine stattliche Anzahl an Service Providern? Ein Marktplatz hat am Anfang immer die Herausforderung der Huhn-Ei-Problematik: Endbenutzer möchten viele Services und Service Provider viele Endbenutzer.

Es gibt also noch einiges zu tun. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir dies alle zusammen schaffen werden. Mein persönliches Ziel ist es, Ende Jahr operativ mit dem Community Service Hub am Markt zu sein und den Mehrwert dieser Plattform aufzeigen können. 

SWITCH: Welche Vision verfolgt das neu geschaffene Geschäftsfeld "Digital Solutions and Consulting Services" als Ganzes?

Marco Dütsch: Wie die Bezeichnung schon besagt, besteht der Bereich aus zwei Fokusthemen. Im Zentrum von Digital Solutions steht natürlich der Community Service Hub. Meine Vision hier ist ganz klar: in Zukunft ist der Community Service Hub DIE Plattform, über welche unsere Kunden im Hochschulbereich die Mehrheit aller Services beziehen.

Im Bereich Consulting können wir unseren Kunden basierend auf unseren Kompetenzen, die wir haben, gezielte Consulting-Dienstleistungen anbieten – etwa Dienste wie die Unterstützung für Ausschreibungen, Rechtsberatung für Cloudservices, Beratung im Beschaffungswesen oder Beratung im Informations-Management, sprich Datensicherheit oder Archivierung.

SWITCH: Wann startest du mit dem Aufbau der Consulting-Dienstleistungen?

Marco Dütsch: Ich beabsichtige, in der zweiten Jahreshälfte erste Pilotprojekte zu starten.

Marco-Duetsch

Marco Dütsch

Marco Dütsch ist Elektroingenieur FH und hat einen EMBA-Abschluss der Universität Freiburg. Bevor er im Mai 2018 zu SWITCH stiess, arbeitete er bei verschiedenen Firmen im IT-Management. Zuletzt war er während acht Jahren in der Funktion als Head IP Communication Platform und Lead Product Manager bei Swisscom tätig.

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Innovation
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