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EDUCAUSE: Von Erfahrungen in den USA profitieren

SWITCH hat an der EDUCAUSE-Konferenz in den USA teilgenommen. Fazit: Im Lizenzwesen läuft es ähnlich wie bei uns.

Text: Immo Noack, publiziert am 10.11.2016

Gegen 8000 Teilnehmende aus 47 Ländern, rund 520 Programmpunkte, darunter Vorträge, Diskussionspanels und Seminare, ungefähr 275 Aussteller – dies sind die Eckdaten der diesjährigen Konferenz von EDUCAUSE, welche vom 25. bis 28. Oktober im kalifornischen Anaheim stattfand. EDUCAUSE ist die grösste Community von IT-Fachkräften für den Hochschulbereich in den USA.

Die grosse Konferenz ist für SWITCHprocure interessant, weil sie einen Einblick in die Entwicklungen und Tendenzen an US-Hochschulen gibt. Diese könnten in naher Zukunft durchaus auch in der Schweiz eine Rolle spielen .
Diskussionen mit Kolleginnen und Kollegen aus den USA, namentlich mit Mitgliedern der EDUCAUSE-Softwarelizengruppe, erwiesen sich als sehr fruchtbar: Lizenzverantwortliche in den USA sind mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert wie jene in der Region Deutschland-Österreich-Schweiz (DACH). Und die US-Kollegen sind auch Externen gegenüber sehr hilfsbereit in Sachen konkrete Lösungsvorschläge und Praxisberichte.

Hier eine Zusammenstellung der wichtigsten Erkenntnisse aus der Konferenz:

Organisation Hochschul-Procurement

In den USA kümmern sich verschiedene Organisationen um die Aushandlung von Konditionen für Rahmenverträge zugunsten von Hochschulen. Dies ist schon wegen der Dimension des Landes und den unterschiedlichen Voraussetzungen in den einzelnen Staaten verständlich. Es gibt aber auch Hochschulen, die aufgrund ihrer Grösse und finanziellen Verhältnisse Verträge und Lösungen selber aushandeln. Eine der wichtigsten Organisationen, welche sich mit Procurement befassen, ist Internet2. Sie betreibt auch das Hochleistungsnetz für Forschung und Hochschulbildung in den USA betreibt. Internet2 ist insbesondere im Cloud-Bereich sehr aktiv.

Cloud

Braucht es einen neuen Dienst, so prüfen die meisten IT-Verantwortlichen in den USA als erstes, ob er aus der Cloud bezogen werden kann. Der Ablauf der Beschaffung gestaltet sich sonst aber kaum anders, als bei „konventionellen“ Diensten. Die Kollegen aus den USA betonten aber, dass Aus- und Umstiegsszenarien von Beginn weg durchdacht und vertraglich geregelt werden müssen, da externe Anbieter üblicherweise versuchen, die Kunden an sich zu binden. Datenschutz und –haltung beschäftigen im Zusammenhang mit der Cloud auch sie. Generell kann gesagt werden, dass es offenbar fast keine Hochschule in den USA gibt, welche keine Cloud-Services nutzt. SaaS wird als häufigste Anwendung genannt.

Lizenzen

Hier zeigt sich, dass sich die US-Hochschulen mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sehen wie jene in der gesamten DACH-Region. Die Diskussionen drehen sich um folgende vier Hauptpunkte: Rechtliches, Lizenzinhalt, Preise und Management der Lizenzen. Als ein Problem wurde identifiziert, dass sich nicht alle Anbieter der Bedürfnisse, Anforderungen und Möglichkeiten von Hochschulen bewusst sind. Weil sie hier aus erster Hand von den Problemen der Hochschulen erfahren, ist die EDUCAUSE-Konferenz auch für Anbieter interessant,.

SWITCHprocure wird weiterhin einen engen Kontakt mit den Mitgliedern der EDUCAUSE-Softwarelizensierungsgruppe pflegen. Deren reger Informationsaustausch ist auch für die DACH-Region sehr wertvoll.

SWITCHprocure
Das gesamte Programm der EDUCAUSE-Konferenz
Informationen über Internet2
Educause Software Licensing Gruppe
Über den Autor
Immo   Noack

Immo Noack

Seit November 2012 leitet Immo Noack das Procurement-Team von SWITCH. Davor war er unter anderem an der ETH Zürich und beim Projekt Neptun tätig. Ursprünglich hat er Elektroingenieur studiert.

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