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Top-Netzwerk-Infrastruktur für Empa und Eawag

Die Empa und Eawag erhielten kürzlich einen direkten, redundanten Netzwerkanschluss des Hauptstandortes zu SWITCH, eine redundante Erschliessung von drei Aussenstandorten mit Glasfasern und einen Optical Private Network (OPN)-Dienst von SWITCH für die transparente Integration aller Standorte in das interne Netz. Ein Rückblick auf ein ungewöhnliches Projekt.

Text: Séverine Jagmetti, publiziert am 03.10.2017

Es ist selten, dass SWITCH für einen neuen Netzwerkkunden gleich vier Standorte in ihren Backbone SWITCHlan integrieren kann: den Hauptsitz Dübendorf (Empa/Eawag), St. Gallen (Empa), Thun (Empa) und Kastanienbaum (Eawag). Und gleichzeitig waren es die letzten ETH-Forschungseinrichtungen, die bei SWITCH direkt angeschlossen wurden.

Abschluss eines Mammutprojekts

Vor der Erschliessung durch SWITCH bezogen beide Organisationen ihre Netzwerkdienste von der ETH Zürich. Sie waren daher schon lange Kunden von SWITCH und nutzten zum Beispiel SWITCHaai oder SWITCHconnect. Obwohl früher die primären IT-Kontakte für Empa und Eawag nicht bei SWITCH waren, kannte man sich. Eine direkte Anbindung stand schon länger zur Diskussion, die Zusage erfolgte dann im Frühling 2016. Daraus entstand ein Grossprojekt, das auf Seiten SWITCH von Ernst Heiri und auf Seiten Empa/Eawag von Patrick Sigrist geleitet wurde. Denn auch bei Empa/Eawag waren umfangreiche Anpassungen notwendig. Es mussten Inhouse-Kabel verlegt werden und es wurden neue Firewalls und Netzwerkgeräte beim Übergang zum SWITCHlan beschafft und installiert.

Für die Umsetzung waren sämtliche Netzwerkspezialisten vom SWITCHlan-Team involviert und übernahmen Teilaufgaben, denn es war ein enges Zusammenspiel aller Netzwerk-Disziplinen gefragt.

  • Planung und Koordination der Glasfaseranschlüsse mit dem Lieferanten und den Standortverantwortlichen des Kunden
  • Messen der Glasfasern, Planung des optischen Layouts und Bereitstellung der Komponenten
  • Planung der Netzwerkarchitektur zusammen mit den Netzwerkspezialisten von Empa/Eawag
  • Konfiguration und Installation der Geräte und die Migration der Netzwerkdienste

Beim Besuch in Dübendorf zeigten sich Dr. Gabriel Piepke, Abteilungsleiter IT bei Eawag und Stephan Koch, Head of ICT bei Empa erfreut über die erfolgreiche Realisierung des Projekts. Seit dem 4. Juli 2017 sind die Empa und die Eawag an den Backbone von SWITCH angeschlossen. Damit beziehen sie nun alle Netzwerkdienste direkt von SWITCH. Im August wurde das OPN-Netzwerk für St.Gallen und Kastanienbaum aufgeschaltet. Am 4. September schliesslich wurde auch der OPN-Anschluss in Thun in Betrieb genommen. "Für mich war das der Zeitpunkt, an dem ich sagte: das Projekt ist abgeschlossen und wir sind komplett bedient mit allen Services von SWITCH.", sagt Koch.

Hervorragende Infrastruktur für die Zukunft

Auf die Frage, weshalb sich die beiden Organisationen für die Lösung mit SWITCH entschieden haben, meint Piepke: "Es war die Möglichkeit der vollen Redundanz an allen Standorten, das heisst, wir haben überall zwei unabhängige Zuleitungen und zwei Router. Und es war auch die Möglichkeit, dass wir in Zukunft skalierbare Lösungen haben".

Nach der erfolgten Inbetriebnahme ist also die optimale Infrastruktur für die Empa und die Eawag bereitgestellt. In Zukunft können bei Bedarf alle Bedürfnisse, gerade von Forschenden, die mit hohen Datenmengen arbeiten, ohne grössere Anpassungen erfüllt werden. Ganz zentral ist für diese Zielgruppe auch die direkte Anbindung des SWITCHlan an das Swiss National Supercomputing Centre (Centro Svizzero di Calcolo Scientifico, CSCS).

"Uns überzeugten beim Angebot von SWITCH die Verfügbarkeit und die Skalierbarkeit, also die Möglichkeit, ohne Topologie- und Technologiewechsel die Bandbreite bei Bedarf zu erhöhen. So werden wir nicht an Grenzen stossen."

Dr. Gabriel Piepke, Abteilungsleiter IT, Eawag

Als sehr wichtig erscheint den IT-Leitern auch der OPN-Service von SWITCH, der die früheren Mietleitungen ersetzt. Für die Aussenstationen können nun alle Services zentral angeboten werden, weil dafür hochverfügbare und leistungsfähige Verbindungen zur Verfügung stehen. Ausfälle einzelner Leitungen sind künftig sehr unwahrscheinlich.

Umsetzungsgeschick für abgelegene Standorte

Die Anbindung der Aussenstandorte erwies sich als ein kniffliges Unterfangen. "An jedem Standort gab es wieder andere Probleme. Man musste immer neu schauen, ob Glasfaserkabel verfügbar sind, wo diese genau verlaufen und wo ein Neubau notwendig ist. Dies immer im Hinblick auf eine optimale Redundanz, die tragbaren Kosten und einer zeitgerechten Umsetzung", betont Piepke. Nach einer intensiven Phase der Suche und Evaluation von möglichen Lösungen wurden die Standorte mehrheitlich mit Glasfasern der Firma UPC erschlossen. An jedem Standort mussten neue – teilweise aufwändige – Hauseinführungen gebaut und neue Kabel eingezogen werden:

  • Dübendorf (Empa/Eawag): Der Hauptstandort wurde einerseits über bestehende Glasfasern der SBB zur ETH Zürich und andererseits über eine neue Glasfaser-Verbindung von UPC zum Point of Presence (PoP) von SWITCH bei der MeteoSchweiz am Flughafen Zürich angeschlossen.
  • In St.Gallen (Empa): In St. Gallen wurden neue Glasfaserstrecken zwischen der Pädagogischen Hochschule St. Gallen in Gossau und der Empa und auch zwischen der Empa bis zum Standort Waldau der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs (NTB) realisiert. Als Nebeneffekt dieser Lösung kann das NTB nun von einer redundanten Anbindung des Standorts Waldau profitieren und SWITCH von der bestehenden Glasfaserverbindung zur Fachhochschule St.Gallen.

"Es war eine äusserst komplexe Aufgabenstellung, die Empa und die Eawag anzubinden. Aber diese Komplexität haben wir dank SWITCH nie als Last empfunden."

Stephan Koch, Head of ICT bei Empa
  • Kastanienbaum (Eawag): Für die Erschliessung waren umfangreiche Tiefbau- und Kabelzug-Arbeiten notwendig. Der Standort ist nun mit redundanten Glasfasern zu den beiden PoPs bei der Hochschule Luzern in Horw und Luzern verbunden.
  • Thun (Empa): Dieser Standort wurde ebenfalls mit Glasfasern von UPC zweiseitig erschlossen und mit den PoPs in Spiez und Bern verbunden. Auch hier waren aufwändige Tiefbauarbeiten notwendig. Eine zusätzliche Herausforderung war, dass hier Geräte in einem Serverraum von Armasuisse stehen, welcher nur unter Einhaltung von strengen Sicherheits-Regeln zugänglich ist.
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