Diese Story ist aus der Kategorie Dienstleistungen und dem Dossier Infrastrukturservices

Gemeinsam genutzte Infrastruktur

Wie können Hochschulen ihre IT-Infrastrukturen und -Dienste erweitern und gleichzeitig ihrem Mandat treu bleiben?

Text: Konrad O. Jaggi, publiziert am 08.03.2016

Während die IT zu einem immer wichtigeren Backbone-Dienst wird, steigt die Notwendigkeit, eine immer grössere Vielzahl von Aufgaben auszuführen. Eine der Lösungen, die viele Hochschulen zur Bewältigung dieser Herausforderungen gegenwärtig untersuchen, sind Hybriddienste, die sich eng in die bestehenden Infrastrukturen integrieren lassen. Unsere Diskussionen mit Hochschulen zeigen deutlich, dass diese Lösungen zusätzlich zu den technischen Anforderungen verschiedene Kriterien bezüglich Governance, Kontrolle und auch Vertrauenswürdigkeit erfüllen müssen.

Entwickelt für die akademische Community

Von allem Anfang an hat sich SWITCH in enger Partnerschaft mit den Hochschulen auf die Bereitstellung erweiterter Infrastrukturdienste spezialisiert. Dienste wurden ursprünglich auf Netzwerkebene zur Verfügung gestellt und umfassen durch die aktuelle Entwicklung nun auch Rechen- und Speicherdienste. Ausgehend von SWITCHengines (vgl. Textbox), SWITCHdrive und SWITCHfilesender werden weitere Dienste folgen. Alle diese Dienste wurden im Hinblick auf die speziellen Anforderungen der Hochschulcommunity entwickelt und werden vollständig in Datenzentren in Schweizer Hochschulen gehostet.

Währende viele Dienstanbieter sich auf die technischen Leistungsmerkmale beschränken, sind die folgenden Punkte für SWITCH und ihre akademische Community sehr wichtig, mit dem Ziel, die IT-Spezialisten in den Institutionen zu unterstützen.

Entscheidend ist die Kompetenz der Community. Institutionen der SWITCH Community wirken an der Gestaltung und an der Weiterentwicklung des Dienstangebots mit. Dies erlaubt allen, Kenntnisse zu erwerben, die ausgetauscht und gemeinsam genutzt werden können. Das profunde Verständnis von SWITCH für die spezifischen Bedürfnisse erlaubt ihr auch eine bessere Unterstützung der akademischen IT-Abteilungen und ihren Benutzern.

Während der Dienstentwicklung mit der Community wurde eines sehr deutlich: Durch die Kombination ihrer Kernkompetenzen kann SWITCH Dienste schaffen, die Mehrwert bieten und sich leicht in den Dienstkatalog und in die Prozesse einer Hochschule integrieren lassen. Die drei Schlüsselaspekte dieses integrierten Angebots sind:

  •     Netzwerkintegration
  •     Massgeschneiderte Sicherheitsmerkmale und massgeschneidertes Know-how
  •     Identitätsmanagement

Das Hochleistungsnetz SWITCHlan mit Geschwindigkeiten bis 100 Gbit/s ist die performante Grundlage für die schnelle Datenübertragung. In einem weiteren Schritt werden wir in der Lage sein, SWITCHengines über die Virtual Private Cloud nahtlos in die Hochschulnetze einzubetten.

Bezüglich der Sicherheit profitieren alle Dienste vom SWITCH-eigenen Sicherheitsteam. Die Infrastruktur wird dauernd auf mögliche Sicherheitsverletzungen überwacht.

Schliesslich kann auf die Dienste via die vorhandene SWITCHaai und die Swiss edu-ID der nächsten Generation zugegriffen werden; das bedeutet, dass sie mit dem akzeptiertesten und breit benutzten Identitätsmanagementsystem in der Schweizer Hochschulen kompatibel sind. Das bedeutet auch, dass der Zugang fein abgestimmt werden kann und dass Hochschulen Benutzungs- und Governance-Prozesse kontrollieren können. Dies erlaubt Institutionen, eine vollständige Übersicht über die Benutzung und die Kosten sowie die Governance der wichtigsten Dienstaspekte zu haben. Zusammen mit dem Datenhosting in der Schweiz stellt dies sicher, dass die Datenverarbeitung die relevanten Schweizer Gesetze und Vorschriften erfüllt.

Benutzer von SWITCHengines und SWITCHdrive beschreiben ihre persönliche Erfahrung und spezifische Gründe für die Benutzung dieser Dienste (siehe Artikel "Virtuelle Services mit realen Vorteilen"). Wie Dienste zusammen mit der Community entwickelt werden, ist im Artikel "SWITCHdrive: gemeinsam einen Service aufbauen" beschrieben.

Um das vielversprechendste Entwicklungsthema anzusprechen: SWITCH nimmt mit dem SCALE-UP Projekt in Zusammenarbeit mit neun Hochschulen am SUC P-2 Programm teil, um zusätzliche wissenschaftliche Dienste basierend auf unserer Infrastruktur aufzubauen. Das Spektrum reicht von «Data Pools» bis zu «Big Data», «Classroom in the Cloud» Diensten und erweiterten Infrastrukturelementen wie «Rating, Charging, Billing» (vgl. Artikel. "Damit Forschende forschen können").

Wir stellen vor, wie SWITCHengines nahtlos in eine Institution via Virtual Private Network integriert werden können (vgl. Artikel "Virtuelle Maschinen für die zentrale IT"). Interessanterweise beginnen auch Bibliotheken damit, diese Dienste von SWITCH zu benutzen (vgl. Artikel "Schritt für Schritt zum Langzeitarchiv").

Alle Dienste werden mit grossem Kow-how und Engagement der Mitarbeitenden von SWITCH und der Hochschulcommunity gemeinsam geschaffen.

Dieser Text ist im SWITCH Journal März 2016 erschienen.
Über den Autor
Konrad O.   Jaggi

Konrad O. Jaggi

Nach dem Studium in Zürich und Aberdeen (GB) führte Konrad O. Jaggi verschiedene Informatik- und Informationsdienste sowie Projekte im Bereich der strategischen Planung. Bei SWITCH leitet er seit Oktober 2011 den Bereich Researchers & Lecturers.

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Infrastrukturdienste durch SWITCHengines

SWITCHengines ist das Herzstück unseres Angebots für hybride IT-Infrastrukturen. Es wird als ein auf OpenStack-basierenden Community Cloud Dienst für die Hochschulbildung in der Schweiz aufgebaut und verteilt. Die Infrastruktur ist seit dem Start mit einer Testumgebung mit acht Servern bis 2015 mit 120 Servern dauernd gewachsen. Das Projekt zum Aufbau von SWITCHengines als nationalen Dienst wurde durch das SUC P-2 Programm gemeinsam finanziert.

Diese lange Liste von praktischen Anwendungsfällen von SWITCHengines umfasst die Berechnung von Erdbeben oder die Simulation des Gletscherflusses, die Krebsforschung, Monte-Carlo-Berechnungen, maschinelles Lernen und viele mehr.

SWITCHengines hat gesehen, wie bis heute über 70'000 virtuelle Maschinen (VMs) gestartet und ausser Betrieb genommen wurden. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt sind über 1'000 VMs aktiv.

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