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Drei Tore zur Welt

Internationale Vernetzungen sind ein Must für Universitäten. SWITCH bietet Hand dafür. Dreifach.

Text: Christoph Witzig, publiziert am 21.08.2014

Am Anfang war das Netz. Die Schweizer Universitäten untereinander und mit der Welt zu verbinden – das war die Existenzberechtigung von SWITCH. Doch SWITCH ist längst darüber hinausgewachsen. Die Stiftung hat seit diesem historischen Anschluss der Schweiz an die Welt im Jahr 1990 zwei weitere Tore der Schweizer Universitäten für internationale Verbindungen geschaffen, und die gehen über Bandbreite und Internetverbindung hinaus. Es handelt sich einerseits um internationale Dienste über dem Netzwerk und anderseits um Partnerschaften mit Institutionen in anderen Ländern - das Wort "Netzwerk" deutet dies bereits an.

Auch wenn das physische Netzwerk längst steht: Der Internet-Knotenpunkt beim europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf hat bis heute zentrale Bedeutung: Von dort aus vernetzt SWITCH die Schweizer Hochschulen mit der gesamteuropäischen Forschung und Lehre. Um ein gesamteuropäisches Netzwerk zu betreiben, gründete SWITCH zusammen mit anderen NRENs (National Research and Education Networks) Dante - die Organisation, welche das Hochleistungsnetzwerk für Lehre und Forschung in Europa betreibt und seit Jahren sukzessiv ausbaut. SWITCH ist heute noch ein Aktionär von Dante und hat einen Sitz im Board dieser Organisation.

Zu den Zielen von GÉANT gehört nicht nur, die Bandbreiten ständig auf dem höchstmöglichen Stand zu halten. Im Fokus der Organisation steht auch, den digitalen Graben innerhalb Europa und der Welt zu überbrücken. Dies ist nicht nur für die Forschung wichtig: Immer mehr Studierende verbringen einen Teil ihrer Studienzeit im Ausland. Des Weiteren gehen immer mehr Universitäten Partnerschaften mit anderen Hochschulen ein, beispielsweise mit solchen in Indien oder dem mittleren beziehungsweise dem fernen Osten. Diese Institutionen sind typischerweise via GÉANT mit der Heimuniversität in der Schweiz verbunden.

Und hier geht der Service, den SWITCH bietet, nahtlos weiter: Universitätsangehörige können an beinahe 10’000 Orten in über 60 Ländern auf der Welt einfach ihren Laptop aufklappen – und sind mit dem Internet verbunden, ohne weitere Handgriffe und gratis. Dies funktioniert dank eduroam, einem Dienst, an dem die Schweizer Hochschulen durch SWITCH teilnehmen.

 

Internetverbindung jederzeit und überall – das ist nicht das einzige Credo von SWITCH. Die Verbindung muss zusätzlich sicher sein, denn die Cyberkriminalität ist in der Zwischenzeit zu einem eigenen Wirtschaftszweig angewachsen. Aus diesem Grund stellt SWITCH den Universitäten ihr Computer Emergency Response Team (CERT) als integralen Bestandteil des Netzwerkanschlusses zur Verfügung. SWITCH-CERT ist eines der Beispiele für einen SWITCH-Dienst über dem Netzwerk, dem zweiten Tor zur Welt. Weil Cyberkriminalität ein internationales Business ist, steht auch das SWITCH-CERT international mit Schwesterorganisationen aus der kommerziellen wie auch der akademischen Welt im Kontakt. Täglich tauscht sie mit ihnen Informationen betreffend Gefahren aus dem Cyberspace aus und beteiligt sich aktiv an Organisationen wie der European Agency for Network and Information Security (ENISA).

SWITCHaai für den internationalen Einsatz

Die Verbindung zum akademischen Netzwerk soll sicher sein – aber gleichzeitig zugänglich, und dies möglichst einfach. Diesen scheinbaren Widerspruch löst SWITCH, indem sie die Authentifizierungs- und Autorisierungs-Infrastruktur SWITCHaai für die Schweiz entwickelt hat und diese auf internationaler Ebene weiter ausbaut. Dazu braucht es nicht nur technisches Know-how; man muss sich zusätzlich international auf Richtlinien und Standards einigen. SWITCH hat im Rahmen des EU-Projektes GÉANT eine federführende Stellung bei der Einführung der Interoperabilität zwischen nationalen Authentifizierungs- und Autorisierungs-Infrastrukturen durch eduGAIN (Education Global Authentication Infrastructure). Sie koordiniert dazu die Arbeiten von ca 50 Projektteilnehmern aus 16 Partnerorganisationen. Derzeit beteiligen sich 24 Länder an eduGAIN, 8 sind auf der Warteliste.

Partnerschaften sind das dritte Tor, mit dem SWITCH die internationale Vernetzung der Schweizer Forschung und Lehre fördert. Neben der Beteiligung an Dante ist SWITCH auch ein Mitglied von Trans-European Research and Education Networking Association (TERENA). Die Organisation wird sich mit Dante zusammenschliessen, um eine stärkere Rolle auf dem europäischen Niveau zu übernehmen. SWITCH hat mit der Wahl der Shibboleth-Software als Basis von SWITCHaai auch eine Beziehung zu Internet2 aufgebaut. Internet2 ist die Schwesterorganisation von SWITCH in den USA. Zusammen mit Internet2 und der britischen NREN JANET hat SWITCH letztes Jahr das Shibboleth Consortium gegründet mit dem Ziel, die Wartung und die Weiterentwicklung von Shibboleth auf eine nachhaltige Basis zu stellen. Damit sollen die von den Schweizer Hochschulen getätigten Investitionen in SWITCHaai gesichert werden.

Zusammenfassend gesagt: SWITCHs drei Tore zur Welt sind für die Schweizer Universitäten die Grundlage für einen Spitzenplatz in Lehre und Forschung.

Dieser Text ist im SWITCH Journal Oktober 2014 erschienen.
Über den Autor
Christoph   Witzig

Christoph Witzig

Seit 2005 arbeitet Christoph Witzig bei SWITCH, zur Zeit als Leiter des Bereichs Central ICT Providers. Zuvor studierte an der ETH Zürich Hochenergiephysik, doktorierte am CERN in Genf und war in verschiedenen Funktionen tätig, unter anderem auch in den USA.

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