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Töne mit Herz und Seele

Musik ist die Welt der beiden SWITCHies Frank Herberg und Thomas Weller. In unterschiedlichsten Formen.

Text: Anja Eigenmann, publiziert am 27.08.2015

Thomas: Dass ich Musik mache, hat unter anderem familienhistorische Gründe: Meine Eltern haben Musik in unserer Familie immer gefördert. So habe ich zuerst Akkordeon und später Orgel spielen gelernt. Das gab mir für meine weitere musikalische Entwicklung ein gutes Fundament, und dafür bin ich heute sehr dankbar. Mir macht das Musizieren grossen Spass. Ich meine, wenn man sein Herz und seine Seele ins Musikmachen legt, kann das sehr entspannend sein. Wie kamst denn du zum Musizieren?

Frank: Bei mir hat das keine familiären Hintergründe. Ich mochte Musik immer sehr gerne. Und ich wollte etwas mit Perkussion machen. Während meines Studiums in Darmstadt begann ich mit Djembé-Unterricht. Mein erster Lehrer war Afrikaner aus Togo; Ein Griot, also jemand, der in die Musiker-Kaste hineingeboren wurde. Dadurch habe ich so nebenbei einiges über die westafrikanische Kultur gelernt. Hast du dich später musikalisch anders entwickelt oder bliebst du bei Akkordeon und Orgel?

Thomas: Ich habe einiges gemacht: Lange Zeit wandte ich mich Synthesizern und Samplern zu, da ich von der Technik und der Klangvielfalt fasziniert war. Dann brachte ich mir selber Gitarre bei, und entdeckte den Spass am Singen. So sang ich eine lange Zeit in Gospel- und A-Capella-Chören mit. Das Akkordeon blieb aber immer mein Begleiter, ich spielte im Duo oder jamte in verschiedenen Bands. Spielst du auch noch weitere Instrumente? Frank: Ja, andere Perkussionsinstrumente. Nach dem Unterricht bei dem Griot besuchte ich mehr als zehn Jahre die Wiesbadener Musik- und Kunstschule, wo ich weitere Trommeln und ganz unterschiedliche Stile lernen konnte. In den acht Jahren, seit denen ich in der Schweiz lebe, spiele ich aber weniger Handtrommeln sondern mehr Hang. Und zwar, weil ich in meiner Wohnung unmöglich auf lauten Perkussionsinstrumenten üben kann. Thomas: Die Hang ist ein sehr spezielles Instrument. Wie kamst du dazu?

Mein erster Lehrer war Afrikaner aus Togo. Dadurch habe ich so nebenbei einiges über die westafrikanische Kultur gelernt.

Frank Herberg

Frank: Ich entdeckte sie vor etwa zwölf Jahren in einem Musikgeschäft in Wiesbaden. Lustigerweise ist sie ein Schweizer Instrument: Zwei Steeldrumbauer aus Bern drehten vereinfacht gesagt eine Steeldrum um und spielten mit den Händen statt mit Schlägeln darauf. Hang ist die berndeutsche Bezeichnung für Hand. Thomas: Und hast du Hang-Unterricht genommen? Frank: Nein, das gab es damals noch nicht. Die Idee der Erfinder war auch, dass man selber herausfindet, was man mit dem Instrument machen kann. Das heisst, man komponiert auch selber. Erfindest du auch eigene Stücke? Thomas: Ja, ich spielte lange Zeit meine musikalische Ideen digital ein. Also, ich nahm die Instrumente und den Gesang mit einer Sequenzer-Software auf einzelnen Tonspuren auf. Danach machte ich mich ans Feintuning. Mein erstes Equipment hatte ich mir mühsam zusammengespart. Es bestand aus einem Atari-Computer, einem Korg-M1-Synthesizer und Cubase als Audiosoftware. Ich lernte durchs Homerecording musikalisch viel dazu, doch mit der Zeit fehlte mir das eigentliche Musizieren. Heute ist das Akkordeon wieder meine erste Wahl. Darauf kann ich vollständige Musikstücke spielen oder improvisieren. Je nachdem welche Harmonie oder Rhythmus mir gerade in den Sinn kommt.

 

Frank: Ich kann das gut nachfühlen. Ich war als Kind auch fasziniert von Musikern wie Jean-Michel Jarre, Tangerine Dream und Co. Ich dachte, der Synthesizer sei mein Weg. Ich hatte aber damals ebenfalls kein Geld dafür, und später merkte ich, dass ich den unmittelbaren Kontakt mit dem Instrument suche: Ich will lieber einfach auf ein Ziegenfell hauen. Ich habe aber Hochachtung vor Musikern, die mit Synthesizern berührende Musik erzeugen. Was für Musik spielst du eigentlich auf deinem Akkordeon? Thomas: Von Volksmusik über Pop bis Rock – alles, was mir gefällt. Im Moment versuche ich mich an der französischen Spielweise, an Klezmer und an traditioneller Musik aus Finnland, Armenien und dem Balkan. Mir gefällt an den Stücken das Fremdartige. Übst du auf deiner Hang?

Am liebsten musiziere ich in einer Band, die meinem Musikstil entspricht. Denn zusammen spielen inspiriert und macht Spass.

Thomas Weller

Frank: Ja, derzeit tu ich das. So 15 bis 20 Minuten täglich, weil ich Auftritte habe. Und mit Djembé fange ich jetzt gerade wieder an: Ich habe eine Trommelgruppe in Zürich gefunden. Wie ich Djembé üben soll, weiss ich allerdings noch nicht. Es gibt leider keine guten elektronischen Handtrommeln, die ich über Kopfhörer spielen kann. Mit solchen Instrumenten verdirbt man sich nur den Handanschlag. Thomas: Ich übe durchschnittlich 45 Minuten. Bei meinem digitalen Akkordeon kann ich einen Kopfhörer anschliessen und das Handling ist wie bei einem normalen Akkordeon. Klanglich bevorzuge ich aber meine Hohner. Wo kann man dich Hang spielen hören?

 

Frank: Beispielsweise an Lesungen, Vernissagen oder Taufen. Die Leute finden die Hang halt interessant und fragen mich nach der Vorstellung, ob ich auch bei ihnen spielen würde. Ich freue mich natürlich, wenn meine Musik ankommt. Und mit den Auftritten habe ich Ziele, und das motiviert mich. Thomas: Das geht mir auch so. Ich spiele gerne auf privaten Anlässen. Am liebsten musiziere ich in einer Band, die meinem Musikstil entspricht. Denn zusammen spielen inspiriert und macht Spass.

Dieser Text ist im SWITCH Journal Oktober 2015 erschienen.

Frank Herberg

Funktion bei SWITCH: Head Security Financial Services
Wohnort:
Wetzikon ZH
Weitere Hobbys: Fotografie, Konzertbesuche, Audio (high-end), Wandern (low-end)
Lieblingssänger / -band: Toumani Diabaté, Rubén González, Anouar Brahem, Pink Floyd
Lieblingsessen: Niederrheinische Bratkartoffeln mit Schwarzwälder Schinken und dazu ein gutes Bier

Thomas Weller

Funktion bei SWITCH: Software Engineer
Wohnort: Schübelbach SZ
Weitere Hobbys: Mountainbike, Kochen, Kräuter und Gewürze
Lieblingssänger / -band: Mike Oldfield (Boxed), Dead can Dance, Hedningarna, Jean-Baptiste Lully
Lieblingsessen: Indisches Curry mit Gurken-Raita und Mango-Chutney

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