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Allseits gut verwoben

Vernetzung ist die Voraussetzung für Wissenschaft und Innovation. SWITCH vernetzt den Forschungsplatz Schweiz.

Text: Christoph Witzig, publiziert am 08.10.2014

Die Geschichte der Stiftung SWITCH ist eng mit dem Aufbau des Netzwerks zwischen den Schweizer Hochschulen verbunden. SWITCH hat das Hochschulnetz von Anfang an auch mit dem Internet verbunden– und ergo mit der ganzen Welt. Das ist für den Forschungsplatz Schweiz essenziell. Die Stiftung hat es auch später stets verstanden, sich zukunftsträchtige Informationstechnologien zunutze zu machen.
Einen grossen Schritt machte die Stiftung vor zehn Jahren mit "Dark Fibers": Sie begann die Glasfasern zu mieten und die optischen Geräte selber zu betreiben. Einen weiteren grossen Schritt macht SWITCH jetzt, in diesen Tagen, mit dem Projekt ALPSTEIN. Nach einer sorgfältigen Evaluation hat SWITCH Ende letzten Jahres einen Hersteller ausgewählt und im Frühling dieses Jahres mit der Installation der neuen optischen Geräte begonnen. Das Projekt wird im Sommer 2015 seinen Abschluss finden. Das Netzwerk wird dann in der Lage sein, Daten mit einer Übertragungsrate 100 Gbps in 80 verschiedenen Kanälen zu transportieren. Damit ist der Grundstein gelegt, dass die Schweizer Forschung und Lehre auch netzwerkmässig an vorderster Front dabei sein kann.

Neue Tendenzen aus Forschung und Praxis

Die Entwicklung der Netzwerktechnologie geht aber mit hoher Geschwindigkeit weiter, und SWITCH wägt immer wieder ab, was nur ein kurzer Hype ist und was dagegen morgen in der produktiven IT-Infrastruktur eingesetzt werden könnte. Software Defined Network (SDN) und Network Function Virtualisation (NFV) sind heute "in" und könnten sehr wohl zu neuen Möglichkeiten zwischen Backbone und Data Center führen. Mit ALPSTEIN legt SWITCH heute die Basis dazu.

Authentisierung und Autorisierung

Das physische Netz ist aber nicht der einzige Dienst von SWITCH, welcher die Hochschulen miteinander vernetzt. Vor über zehn Jahren hat SWITCH mit AAI den Grundstein für eine nationale föderierte Authentisierungs- und Autorisierungsinfrastruktur gelegt. Heute benützen die Mitarbeitenden und Studierenden aller Schweizer Hochschulen täglich AAI und greifen damit auf über 800 Dienste zu. Bei der Entwicklung und Einführung von AAI hatte SWITCH europaweit eine Pionierrolle inne; in der Folge haben viele andere Länder ebenfalls AAI eingeführt. Damit eröffnet sich eine neue Art von Vernetzung: Zugriff auf Dienste in AAI-Föderationen von anderen Ländern – im Fachjargon "Interfederation" genannt. SWITCH leitet heute die entsprechende Aktivität im GÉANT-Projekt, welches wissenschaftliche Forschungsgruppen bei der verstärkten Nutzung von AAI-Diensten über die nationalen Grenzen hinweg unterstützt.

Lebenslänglich zugreifen

Auch auf nationaler Ebene entwickelt SWITCH AAI weiter – mit der Swiss edu-ID, einer langlebigen Identität für Forschung und Lehre. Der Vorteil liegt auf der Hand: Hochschulen können ihre Prozesse gerade angesichts des Postulats zu lebenslangem Lernen vereinfachen – der Lernende hat die Möglichkeit, auch über sein Studium hinaus auf entsprechende Dienste zuzugreifen; eine weitere Art der Vernetzung im Schweizer Hochschulwesen.

Kollaboration in der Vernetzung

Vernetzung fördert die Zusammenarbeit, und die Zusammenarbeit fördert wiederum die Vernetzung – ein Circulus virtuosus. SWITCH stellt den Hochschulangehörigen – natürlich auf der Basis von AAI – verschiedenste Kollaborationsdienste zur Verfügung: Technologien zur Unterstützung von Videokonferenzen und Online-Meetings, die SWITCH Toolbox, Vorlesungsaufzeichnungen, ein Videoportal und als neuester Dienst SWITCHdrive: eine sichere Alternative zu kommerziellen Cloud-Storage-Diensten, welcher die Synchronisation von Daten auf verschiedenen Endgeräten sowie den gezielten Zugriff durch andere Benutzer ermöglicht.

SWITCH Community

Aber nicht nur Vernetzung mittels moderner IT steht im Fokus von SWITCH. Die Stiftung zeichnet sich vor allem dadurch 
aus, dass sie Hochschulangehörige auch in direkten Kontakt miteinander bringt. Das kommt am besten mit dem Begriff der "SWITCH Community" zum Ausdruck. Im Rahmen von SWITCH Working Groups als Teil der SWITCH Community bearbeiten Angehörige aller Schweizer Hochschulen Themen aus dem Netzwerk- und Security-Bereich , Lizenzbedingungen werden gemeinsam ausgehandelt, rechtliche Fragen im IT-Bereich geklärt und vieles mehr. Mittels kooperativer Projekte werden neue Dienste entwickelt und eingeführt, wofür SWITCH in der Vergangenheit auch finanzielle Unterstützung durch die politischen Hochschulgremien und Bundesbehörden für die Hochschulen sichern konnte.

Die Errungenschaften der SWITCH Community in den vergangenen 20 Jahren sind ein Beweis, dass SWITCH Vernetzung auf nationaler und internationaler Ebene für die Schweizer Hochschulen in vielerlei Hinsicht nachhaltig gefördert hat – und dies auch in den kommenden Jahren weiterhin tun wird.

Dieser Text ist im SWITCH Journal Oktober 2014 erschienen.
Über den Autor
Christoph   Witzig

Christoph Witzig

Seit 2005 arbeitet Christoph Witzig bei SWITCH, zur Zeit als Leiter des Bereichs Central ICT Providers. Zuvor studierte an der ETH Zürich Hochenergiephysik, doktorierte am CERN in Genf und war in verschiedenen Funktionen tätig, unter anderem auch in den USA.

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