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Kinder und Eltern machen sich medienfit

Der Verein zischtig.ch organisiert mit Spenden von SWITCH Medienkurse für Eltern und Kinder. Ein Rückblick auf 2016.

Text: Séverine Jagmetti, publiziert am 06.12.2016

Vor einem Jahr hat SWITCH den Verein zischtig.ch mit einer Weihnachtsspende unterstützt. Dadurch konnte die Organisation im laufenden Jahr ein Angebot an Medien-Freizeitkursen für Kinder bis und mit Mittelstufe und ihre Eltern ins Leben zu rufen. Es ergab sich eine enge Zusammenarbeit vornehmlich mit Bibliotheken, Elternbildungsorganisationen und Organisationen der Freizeitgestaltung in der Deutschschweiz.

Aufgrund der positiven Rückmeldungen hat sich SWITCH entschieden, die Aktivitäten mit einer erneuten Spende zu unterstützen. Sharmila Egger, Fachmitarbeiterin bei zischtig.ch, erklärt im Interview, wie der Start der Medien-Freizeitkurse verlief und wie diese bei der Zielgruppe ankamen.

SWITCH: Sharmila Egger, welche Idee liegt den Medien-Freizeitkursen von zischtig.ch zugrunde?
Sharmila Egger: Eltern haben sich immer wieder praktische Kurse gewünscht. Aus Erfahrung wissen wir, dass Medienerziehung besonders gut gelingt, wenn sich Eltern und Kinder gemeinsam am Tablet oder Smartphone betätigen. Kinder können beim gemeinsamen Minecraften den sonst so versierten Eltern mal etwas am Gerät vorzeigen. Für einmal ist man mehrere Stunden gemeinsam am Gerät, ohne Streitgespräche über Onlinezeit oder Gamesucht.

Ebenso war es uns ein Anliegen, neue Partner an Bord zu holen. Mit den Medien-Freizeitkursen ist uns ein ganz neues Angebots-Setting gelungen: Gemeinsam gestalten, ausprobieren, Geschichten erzählen und nebenbei Themen rund um digitale Sicherheit klären.

Wie kamen die Kurse bei den Teilnehmenden an?
Einige der Eltern waren zu Beginn zurückhaltend, sie hätten ihr Kind gerne nur begleitet, statt selber Aufgaben am Gerät zu übernehmen. Nach einer kurzen Aufwärmphase waren die Eltern aber schnell mitten im Geschehen. Sie zeigten sich ambitioniert beim Austüfteln verschiedener Funktionen in Apps. Dabei war es für die Kinder teils herausfordernd, den Eltern etwas zu erklären ohne ihnen gleich das Tablet oder Handy aus der Hand zu nehmen. Es war spannend den Prozess zu beobachten und aus den Rückmeldungen ging hervor, dass sowohl die Eltern als auch die Kinder diesen Austausch untereinander sehr schätzten und Spass an der Sache hatten.

Medienfit werden kann man nur, wenn man ohne Angst Neues ausprobiert und dabei nicht vergisst, das Kleingedruckte zu lesen.

Wie fit sind die Eltern und Kinder, die an den Kursen teilgenommen haben, im Umgang mit neuen Medien?
Für die Kurse sind absichtlich keine Vorkenntnisse notwendig. Es gab Mütter, die noch nie ein Tablet bedient haben, Väter die leidenschaftliche Minecrafter sind, Kinder die schon mit einem CAD-Programm gezeichnet haben. Das gegenseitige voneinander Lernen stand im Vordergrund. Eltern nutzten dabei gerne unsere schriftlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, während die Kinder einfach ausprobierten. Medienfit werden kann man nur, wenn man ohne Angst Neues ausprobiert und dabei nicht vergisst, das Kleingedruckte zu lesen. 

Wie wichtig ist die Sicherheit im Internet für diese Eltern und Kinder?
Die Eltern schätzten es sehr, dass wir fachliche Inputs bezüglich Sicherheit vermittelt haben – und dies auf einem Niveau, das auch für ihre Kinder verständlich war. Bei jedem Kurs kamen aber auch einzelne Kinder mit eigenen Fragen zu Sicherheitsthemen auf uns zu.

Solche Kurse haben ein grosses Potential, Eltern und Kinder gemeinsam an den Tisch zu bringen, Spass zu haben und dabei sicherheitsrelevante Themen zu diskutieren.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus den ersten Kursen?
Ich stelle fest, dass solche Kurse ein grosses Potential haben, Eltern und Kinder gemeinsam an den Tisch zu bringen, Spass zu haben und dabei sicherheitsrelevante Themen zu diskutieren. Allerdings waren die Vorbereitungen sehr aufwändig. Insgesamt bin ich begeistert, was uns in so kurzer Zeit gelungen ist. Ohne die finanzielle Unterstützung durch SWITCH hätten wir es uns jedoch nicht leisten können, so mutig an neue Projekte heranzugehen.

Welche Pläne haben Sie für die Weiterführung der Medien-Freizeitkurse im 2017?
Um den Vorbereitungsaufwand zu verringern, ist die Standardisierung für zischtig.ch zentral. Ein Ziel für 2017 lautet zudem, mit weiteren Zielgruppen und Veranstaltern zu arbeiten: Firmenanlässe, Jahrmärkte oder Kurse bei Familien zuhause sind angedacht. Wir haben unzählige Anfragen für weitere Kurse bekommen: Social Media für Eltern und Kind, Datenschutz konkret oder Youtube für Dummies wurden gewünscht. Und wer weiss, vielleicht werden wir 2017 die ersten Apps mit Familien programmieren.

 

Sharmila Egger

Sharmila Egger ist Psychologin lic. phil. mit Schwerpunkt Motivation und Pädagogische Psychologie. Sie engagiert sich seit 2014 als Fachmitarbeiterin bei zischtig.ch. Seit Jahren ist sie mit der Nutzung digitaler Medien vertraut und fokussiert auf deren Einsatz im schulpädagogischen Bereich. Sharmila Egger war massgeblich beteiligt am Aufbau von Medien-Freizeitkursen für Kinder und Eltern, die von SWITCH in Form einer Weihnachtsspende mitfinanziert werden.

www.zischtig.ch

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