SWITCH feiert 25 Jahre .ch

26. April 2012 / Marco D'Alessandro

Die Schweizer Internet-Endung .ch wird 25 Jahre alt: Im Mai 1987 wurde .ch als Schweizer Endung registriert. Es ist die Geburtsstunde des Internetstandortes Schweiz – noch bevor das World Wide Web erfunden war.

Es ist das Jahr, in dem Andy Warhol stirbt, die Band Nirvana gegründet wird, Steffi Graf ihr erstes Grand-Slam-Turnier gewinnt und Platoon einen Oscar für den besten Film erhält: 1987 wurde die Schweizer Internet-Adress-Endung .ch registriert – und SWITCH war fortan verantwortlich für die Verwaltung der Landes-Domain.

Per E-Mail beantragt
Die Schweizer Landes-Endung wurde 1987 ganz unkompliziert beantragt: «Für das Anrecht auf .ch wiesen wir uns per E-Mail als die Fachpersonen aus, welche in der Schweiz für Computer-Netzwerke zuständig waren», erklärt ETH-Professor Bernhard Plattner. Da auch der notwendige ISO-Standard erfüllt wurde, registrierte Jon Postel, Gründer der IANA (Internet Assigned Numbers Authority) im Mai 1987 .ch auf Bernhard Plattner und dessen damaligen Doktoranden Hannes Lubich von der ETH Zürich. «Leider sind die E-Mails beim Transfer von Systemen und Computern irgendwann verloren gegangen», bedauert Bernhard Plattner. Der ETH-Professor, der damals auch Geschäftsleiter ad interim der neu gegründeten Stiftung SWITCH war, übertrug die Landes-Adress-Endung auf SWITCH – und legte damit den Grundstein für die heutige Registrierung von .ch-Domain-Namen.

Internet als Forschungsnetzwerk
Das Internet war 1987 noch ein reines Netzwerk zwischen Hochschulen in den USA. «Der ganze Datenverkehr geschah auf Basis von E-Mail: Für die Adresse wurde ein Domain-Name benötigt, damit die Rechner im Internet die E-Mail richtig ausliefern konnten. Das war der erste praktische Einsatz für die .ch-Domain-Namen», erklärt Urs Eppenberger, Leiter der Registrierungsstelle von SWITCH. Urs Eppenberger war ab Juni 1987 der erste Mitarbeiter von SWITCH zusammen mit Interims-Geschäftsführer Plattner. Vorgänger von .ch war das E-Mail basierte Netzwerk «.chunet». Die Abkürzung stand für Schweizerisches Universitätsnetzwerk. Den Fokus auf die Forschung erkennt man auch an den ersten drei Schweizer Internetadressen: es waren ethz.ch, cern.ch und switch.ch. Den Grundstein für das heutige World Wide Web legte Tim Berners-Lee erst 1989 am CERN. 1990 wurde das Internet für die kommerzielle Nutzung freigegeben und durfte auch ausserhalb der Universitäten und des amerikanischen Militärs genutzt werden.

Über SWITCH
SWITCH garantiert als Non-Profit-Organisation den Zugang der Schweiz zum Internet. 100 Mitarbeitende arbeiten täglich daran, Webtechnologien weiterzuentwickeln, den Wissensaustausch unter Hochschulen zu erleichtern und die Sicherheit des Internets in der Schweiz zu erhöhen. Für die Privatwirtschaft erarbeitet SWITCH massgeschneiderte Sicherheitslösungen und unterstützt den Informationsaustausch. Im November 2012 feiert der Internet-Dienstleister mit Sitz in Zürich sein 25-jähriges Jubiläum.

Feierliche Übergabe der Urkunde zum 25 Jahre-Jubiläum von .ch: Am diesjährigen 43. Meeting der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) in Costa Rica übergeben Präsident Steve Crocker und CEO Rod Beckstrom die Urkunde an Constantin Tönz, Stv. Geschäftsführer SWITCH.

Feierliche Übergabe der Urkunde zum 25 Jahre-Jubiläum von .ch: Am diesjährigen 43. Meeting der ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) in Costa Rica übergeben Präsident Steve Crocker und CEO Rod Beckstrom die Urkunde an Constantin Tönz, Stv. Geschäftsführer SWITCH.

Urkunde

Urkunde "Celebrating 25 Years"