Sprung über den Röstigraben

Maya Dougoud, Rechtsberaterin der HES-SO//FR, überwindet Sprach- und Kulturgrenzen, um SWITCH von innen kennenzulernen und die Hochschullandschaft der französischen Schweiz ein Jahr lang zu vertreten.

Text: Maya Dougoud, publiziert am 26.02.2020

Mit meinem Austausch verfolge ich verschiedene Ziele, von denen gleich beide Organisationen der Schweizer Hochschulcommunity profitieren werden. Obwohl der Austausch für beide Seiten auch Aufwand verursacht, wird der gemeinsame Vorteil überwiegen: die Nähe zur und innerhalb der Community.

Ein Treffen in der SWITCH Working Group ICT Law

Alles begann in der regelmässig stattfindenden Working Group ICT Law, deren Schwerpunkt auf dem ICT-Recht liegt. Im Rahmen der Gespräche innerhalb dieser Arbeitsgruppe habe ich seit 2015 berufliche Kontakte mit SWITCH geknüpft und ein Netzwerk mit Kolleginnen und Kollegen aus der Hochschulcommunity aufgebaut. Die Hauptgründe, warum mein Austausch möglich gemacht werden konnte, waren das dadurch aufgebaute gegenseitige Vertrauen und die besondere Nähe, welche zum Organisationsteam der Working Group ICT Law entstand.

Ein neuer Hut

Innerhalb meines eigenen Fachgebiets, des ICT-Rechts, dem Immaterialgüter- und des Datenschutzrechts, im akademischen und öffentlich-rechtlichen Kontext, werfe ich einen neugierigen Blick auf zwei Institutionen, die ich mit konstruktiven Ideen bereichern werde. SWITCH profitiert von meiner mehr als zwölfjährigen Berufserfahrung in der Romandie, von denen ich sechs Jahre lang mit der Geschäftsleitung der HES-SO//FR für vier Freiburger Hochschulen betraut war. Auch bringe ich in meine Freiburger Hochschulinstitution ein anderes Organisationsmodell und ein breites Wissen über die Tools, welche die Ausbildung unterstützen (z.B. SWITCHdrive, SWITCHhub, SWITCHtube, SWITCHcast) ein und erweitere zusätzlich unser Netzwerk in der Deutschschweiz.

Neuanfang mit vielen Vorteilen

Nun wohne ich mit meiner Familie seit sechs Monaten in Zürich, arbeite bei SWITCH und engagiere mich für die Weiterbildung. Diese Zeit hat mir bereits sehr viele Möglichkeiten eröffnet. Auch mein privates Umfeld hat sich entwickelt, da ich mein Leben hier dazu nutze, meine Deutschkenntnisse zu verbessern und viel über die Region und ihre akademischen, wirtschaftlichen und kulturellen Akteure zu lernen. Im Rahmen dieses Austauschs haben auch meine Kinder die Möglichkeit, in einem Intensivkurs Deutsch zu lernen. Ich habe mich aus meiner Komfortzone herausbewegt. Laut meinen Kollegen habe ich dabei gezeigt, dass ich entschlossen bin, Organisationstalent habe und über die nötige Portion Mut verfüge.

Unterstützung durch die Community

Meine wohl überlegte und strukturierte Entscheidung erforderte jedoch eine sehr genaue Zeit- und Prioritätenplanung. Meine beiden Arbeitgeberinnen, SWITCH und die HES-SO//FR, haben mich dabei motiviert und stark unterstützt. Aber ich möchte auch meinen direkten Kollegen des SWITCH Legalteams für den netten Empfang, die bereichernde Zusammenarbeit, die guten Tipps, Diskussionen, das Vertrauen, das Verständnis und die konstruktive Unterstützung danken. Mein Austauschprogramm hat sich bereits als Erfolg herausgestellt, und alle Bemühungen, die ich unternommen habe, wurden belohnt.

Ein Aufruf zur Nachahmung

An den Hochschulen hat vor allem das Lehr- und Forschungspersonal das Recht auf ein Freisemester. Aber diese Erfahrung sollte im Rahmen einer Austauschmöglichkeit auch dem Verwaltungs- und Technikpersonal als Neuerung angeboten werden. Das Freimsemester bringt beiden Institutionen viele Vorteile und soll daher gefördert werden.

Abschliessende Worte und ein kleiner Challenge auf Französich:

« Parfois, j’ai l’impression d’être une EXpat… Mais en fait, je suis une INpat ! D’ailleurs, je suis vraiment une INpat, car je n’ai jamais quitté la communauté du monde académique (IN) et je suis toujours un membre du personnel administratif et technique (PAT).»

Über den Autor
Maya   Dougoud

Maya Dougoud

Maya Dougoud ist als Rechtsberaterin im akademischen Umfeld (HES-SO//FR und SWITCH) tätig. Darüber hinaus unterstützt sie in ihrer Funktion als Mitarbeiterin des HumanTech Institutes der HEIA-FR und assoziierte Professorin der Hochschule für Wirtschaft in Freiburg auch die Forschung. Nach ihrem Juraabschluss an der Universität Freiburg spezialisierte sie sich in einem bilingualen Rechtskanzlei auf Wirtschaftsrecht und wechselte danach in die Staatsanwaltschaft. Privat engagiert sie sich sozial in der Association 38,5 für Kinder im Krankenhaus; sie ist zudem Vorsitzende der Juristinnen Schweiz.

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