Wie wir den Schritt in neue Wissensgebiete wagen

Wie geht SWITCH mit neuen, strategisch-relevanten Themenfeldern um, in denen die Stiftung selber keine Kompetenzen hat? Die Antwort lautet «Innovation Labs».

Text: Sebastian Sigloch, publiziert am 29.05.2020

Nicht selten kommt es im Innovationsmanagement zu Situationen, in denen man sich mit neuen Themenfeldern konfrontiert sieht. Oftmals sind zu diesem Zeitpunkt die offenen Fragen aussagekräftiger als deren Antworten, besonders wenn die eigene Organisation weder Know-how noch Kompetenzen zu deren Beantwortung hat. Besonders wichtig wird die Beantwortung solcher Fragestellungen, wenn es sich um Themenfelder von strategischer Relevanz dreht. Wie geht man also mit neuen, strategisch-relevanten Themenfeldern um, wenn man selber keine Kompetenzen darin hat?

Einen Anspruch, den wir gebührend pflegen, ist, dass wir Innovation agil und in engem Austausch mit den Know-how-Trägern der Stiftung und den Fach-Communities betreiben. Um unseren Schritten in neue Wissensgebiete mehr Kraft zu verleihen, haben wir die SWITCH Innovation Labs ins Leben gerufen. Mit diesen Gefässen kann SWITCH zukunftsträchtige Themen mit Bezug zur gesamtstrategischen Ausrichtung von SWITCH gemeinsam mit Know-how- und Kompetenzträgern aus der Community innerhalb kurzer Zeit agil bearbeiten.

Mit dem «Forschungsdaten-Konnektom» verfolgt SWITCH die Vision, verteilte Forschungsdaten breit zugänglich und (nach-) nutzbar zu machen. Um diese Vision zu konkretisieren, hat SWITCH in einem ersten Schritt zwei Innovation Labs zum Themenfeld Forschungsdatenmanagement durchgeführt: „Nachvollziehbare Datenqualität“ und „Technologien für ein Forschungsdaten-Konnektom“.

Eine Voraussetzung für ein Forschungsdaten-Konnektom ist eine nachvollziehbare Datenqualität. Um erste Erkenntnisse in diesem neuen Themenfeld zu erlangen, haben wir mit der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften SATW zusammengespannt. Die Ergebnisse deuten auf die Wichtigkeit von Automatisierung, der Dokumentation von Metadaten und partnerschaftlichem Arbeiten hin.

Im zweiten Innovation Lab hat das eXascale Infolab der Universität Freiburg Technologien für ein Forschungsdaten-Konnektom evaluiert. Dieses Ergebnis fliesst nun in den Aufbau eines Pilots gemeinsam mit sieben Partnern der Hochschulcommunity ein. Der Pilot ist aktuell in Durchführung.

Die Bearbeitung unserer Innovation Labs beginnt mit der gemeinsamen Definition von Fragestellungen und Zielen. Anschliessend arbeiten unsere Lab Partner selbstständig, aber im engen Austausch mit der Stiftung agil an den Ergebnissen, SWITCH koordiniert die Aktivitäten und stellt, wo nötig, Verbindungen zu verwandten Aktivitäten her. Auch unsere Lab Partner nutzen Ihre Netzwerke für die Beantwortung von Fragestellungen. So entstehen nebst den Ergebnissen der Labs auch thematische Communities. In der Regel dauert ein SWITCH Innovation Lab zwischen 2-5 Monaten.

Die Ergebnisse der SWITCH Innovation Labs müssen nicht zwingend zu Produkten oder Services führen. Vielmehr geht es hierbei auch um Erkenntnisgewinne, Know-how-Transfer und den Aufbau längerfristiger Partnerschaften in Form von thematischen Communities. Neben den zwei genannten Innovation Labs sind weitere zu den Themenfeldern Forschungsdatenmanagement, Security und Trust & Identity in Planung oder Durchführung.

Über den Autor
Sebastian   Sigloch

Sebastian Sigloch

Sebastian Sigloch stiess im Februar 2015 als Innovation & Business Development Manager zu SWITCH. Er doktorierte im Bereich Internet Economics in Cambridge und hat einen Abschluss in Business Development an der École Superieure de Commerce in Clermont-Ferrand und in Business Information Technology an der Hochschule Reutlingen.

E-Mail

Koller-Meier

Esther Koller-Meier

Stellvertretende Generalsekretärin,
Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW

«Innovation Labs sind enge Kollaborationen zwischen SWITCH und den Lab Partnern. Ein regelässiger Austausch während der Labs erlaubt stetige Reflexion über das Erreichte und gegebenenfalls die frühzeitige Anpassung der Ziele. Das macht den Ansatz so erfolgreich.»

 

Cudre-Mauroux

Philippe Cudré-Mauroux

Director eXascale Infolab,
Universität Freiburg

«Zur Beantwortung der Fragestellung eines Innovation Lab gehört nicht nur mein eigenes technisches Fachwissen. Auch mein persönliches Netzwerk sowie der Einbezug der gesamten relevanten Expertengemeinschaft, sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene sind erfolgsentscheidend.»

SWITCH Journal

Dieser Artikel erschien im SWITCH Journal, Ausgabe Mai 2020.

SWITCHJournal-Front_202005

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