Die wichtigsten Bausteine für das Netz der Zukunft

SWITCHlan kombiniert die drei wichtigsten Bausteine für die grössten Herausforderungen der kommenden Jahre: hohe Leistungsreserven, ein sehr stabiles Glasfasernetz und ein hervorragendes Team mit zukunftsfähigem Know-how.

Text: Fabian Mauchle, publiziert am 01.10.2019

SWITCH baute die aktuelle Generation von SWITCHlan von 2014 bis 2016 im Rahmen des Projekts ALPSTEIN. Seither entwickeln wir das Netzwerk ständig weiter, um den immer höheren Anforderungen gerecht zu werden.

Hohe Leistungsreserven

Mit der heutigen optischen Basisinfrastruktur ist SWITCHlan theoretisch in der Lage, auf jeder einzelnen Glasfaserstrecke 88 Verbindungen zu je 100 Gigabit pro Sekunde zu übertragen. Das wären insgesamt sagenhafte 8,8 Terabit pro Sekunde. Zur Einordnung dieser Grösse: SWITCHlan transportiert heute monatlich rund 20 Petabyte an Daten. Mit 8,8 Terabit pro Sekunde liesse sich dieses monatliche Datenvolumen in rund fünf Stunden übertragen. Es ist also noch reichlich Raum für zukünftiges Wachstum vorhanden.

Stabile Optik

Der SWITCHlan-Backbone ist mehrfach redundant gebaut. Alle geografischen Regionen der Schweiz sind über drei unterschiedliche Faserwege erschlossen. Dank dieser Faserredundanz führen wir alle optischen Verbindungen zwischen den Backbone-Routern über drei unterschiedliche Wege gleichzeitig. Das heisst, wann immer es zu einem Faserunterbruch kommt, verwendet das Netzwerk automatisch einen anderen Weg für die betroffenen Verbindungen. Die Router an den betroffenen Endpunkten bekommen von diesem Unterbruch überhaupt nichts mit. Diese automatische Schutzfunktion macht SWITCHlan äusserst robust gegenüber Faserunterbrüchen, Hardware- oder Stromausfällen.

Die optische Basisinfrastruktur ist für einen Betrieb von zehn bis zwölf Jahren ausgelegt. In einem ersten Ausbauschritt wird es in Kürze neue Übertragungsmodule geben. Diese werden die eingangs erwähnten 8,8 Terabit pro Sekunde nochmals verdoppeln. In der Zukunft wäre zudem denkbar, die optische Basisinfrastruktur und die Übertragungsmodule zu trennen. Dadurch lässt sich die Lebensdauer der Plattform zusätzlich um einige Jahre erweitern.

Clevere Planung

Auf der Ebene der Router führten wir letztes Jahr bereits die zweite Generation von 100-Gigabit-fähigen Routern ein. Neben einem grossen Preiszerfall schrumpfte auch die Bauform massiv. Benötigten wir für die ersten solcher Router mit vier 100 Gigabit-Ports noch 10 Höheneinheiten (ca. 45 cm in einem Rack), so passen die heutigen Router in eine Höheneinheit (ca. 4,5 cm). Zudem bieten sie 24 Anschlüsse mit 100 Gigabit pro Sekunde. Also sechsmal mehr mit einem Zehntel des Platzbedarfs. Dies machten wir uns in den vergangenen Monaten zunutze und investierten in den Ausbau unseres 100 Gigabit-Backbones. Heute verfügen alle grösseren Universitätsstädte der Schweiz über zwei 100-Gigabit-fähige Backbone-Router, die mit mehreren 100-Gigabit-Links untereinander verbunden sind.

Wir sind für die Zukunft gerüstet. Und mit unserem leistungsfähigen, robusten und flexiblen Netzwerk wird SWITCHlan noch viele Jahre auch die grössten Anforderungen an Leistung, Stabilität und Sicherheit erfüllen.

Über den Autor
Fabian   Mauchle

Fabian Mauchle

Nach einem Informatikstudium an der Hochschule Rapperswil mit Abschluss als MSc FHO startete Fabian Mauchle 2010 bei SWITCH. Er arbeitet als Network Engineer im Team Network und ist dort unter anderem verantwortlich für eduroam.

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