Die SWITCH edu-ID in der digitalen Landschaft

Digitale Identitäten werden benötigt, damit Nutzer auf Dienste zugreifen können. Warum sind SWITCH und die SWITCH edu-ID die richtige Wahl für die akademische Lehre und Forschung in der Schweiz und darüber hinaus? Und wie passt das zu den allgemeinen Entwicklungen in Sachen digitale Identitätsverwaltung, die noch zahlreiche weitere Dienstleistungen umfasst?

Text: Christoph Graf, publiziert am 28.09.2018

Digitale Identitäten machen uns das digitale Leben deutlich leichter. Eine einmalige Registrierung mit neuen Anmeldedaten genügt, um auf zahlreiche Dienste zugreifen zu können. Es braucht keine weitere Anmeldung.

Aber Achtung: Da digitale Identitäten Nutzerinformationen zwischen Datenlieferanten und Diensten austauschen, werden als Nebenprodukt unausweichlich Profiling-Informationen generiert, also z. B. welche Nutzer welche Dienste zu welchem Zeitpunkt genutzt haben. Daher ist bei der Anbieterauswahl Vorsicht geboten. «Kostenlose» Dienste, für die man «mit Daten zahlt», sind wahrscheinlich nicht die beste Lösung. Die Organisationsstruktur von SWITCH als Stiftung garantiert, dass sich SWITCH an die von den Schweizer Universitäten selbst festgelegten Vorschriften hält.

Lebenslanges Lernen

Eine interuniversitäre Arbeitsgruppe hat neue Grundsätze des Identitätsmanagements definiert, um auf wichtige Entwicklungen in der akademischen Welt, wie lebenslanges Lernen, zunehmende Mobilität und Zusammenarbeit, einzugehen. Dieses Konzept wurde daraufhin in die nationale Strategie von swissuniversities übernommen. In der SWITCH edu-ID kommt das Konzept neben der erfolgreichen Plattform SWITCHaai als Herzstück der Identitätsmanagementlösung für die Schweizer Hochschulen zur Anwendung.

Der grösste Vorteil besteht darin, dass nur eine einzelne, dauerhafte Identität erstellt wird, mit der Nutzer von Diensten Gebrauch machen können, die für Schweizer Hochschuleinrichtungen von Interesse sind. Für Nutzer, die später zu Weiterbildungszwecken an die Universität zurückkehren, beschleunigt die bereits vorhandene SWITCH edu-ID den Anmeldeprozess. Auch die Universitäten selbst profitieren von einer Vereinfachung ihrer Verwaltungsprozesse. Zudem stehen den Universitäten sofort und mit wenig Aufwand neue Dienstelemente zur Verfügung, die zur zentralen Identitätsplattform SWITCH edu-ID hinzugefügt werden, was auf lange Sicht weitere Vorteile bietet. 

Um die SWITCH edu-ID optimal zu nutzen, müssen die Universitäten bei der Planung und Implementierung mit SWITCH zusammenarbeiten. Dabei wird das Identitätsmanagementsystem der Universität mit der zentral verwalteten SWITCH edu-ID verbunden, was gewährleistet, dass alle Nutzer eine SWITCH edu-Identität erhalten. Die Einführung erfolgt individuell durch die einzelnen Universitäten und wird bis 2020 über die Projektförderung seitens swissuniversities unterstützt. Die Universitäten können den Zeitplan dafür individuell und in Abstimmung mit anderen Projekten festlegen.

International kompatibel

Forschung hört nicht an den Ländergrenzen auf. Schon seit vielen Jahren unterstützt eduGAIN, der «Interfederation-Service» von GÉANT, die internationale Zusammenarbeit in Lehre und Forschung auf globaler Ebene. Die SWITCH edu-ID ist mit diesem Dienst vollumfänglich kompatibel.

Auch ausserhalb der Universitäten gibt es in der Schweiz zahlreiche Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Identitätsmanagement und SWITCH prüft Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen in diesem Bereich verfügbaren Diensten. So arbeitet SWITCH derzeit mit SwissSign daran, Möglichkeiten einer Partnerschaft zwischen SWITCH edu-ID und SwissID auszuloten, die auch Funktionen der geplanten staatlich anerkannten digitalen Schweizer e-ID umfassen könnte.

Das von educa.ch geleitete Projekt FIDES will eine Identitätsmanagementgemeinschaft aller Schweizer Lehranstalten aufbauen. SWITCH ist im Projektvorstand vertreten und nimmt an technischen Workshops teil, um die beiden Fachvereinigungen so eng wie möglich zu begleiten.

Die SWITCH edu-ID – die Identitätsmanagementlösung für Lehre und Forschung in der Schweiz.

Über den Autor
Christoph   Graf

Christoph Graf

1986 schloss Christoph Graf an der ETH Zürich als diplomierter Elektroingenieur ab. 1991 begann er bei SWITCH. Nach einem Wechsel zu DANTE in Cambridge stiess er 1998 erneut zu SWITCH. Heute ist er Program Leader SWITCH edu-ID.

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