Rückblick auf Educause 2018

Die speziell für den Education Sektor ausgerichtete Educause-Konferenz fand dieses Jahr vom 30.10. bis 2.11. in Denver statt. Den rund 8'000 Teilnehmenden bot sich die Gelegenheit, sich in Vorträgen, Arbeitsgruppensitzungen oder sonstigen Meetings auszutauschen und Erfahrungen zu teilen.

Text: Immo Noack, publiziert am 29.11.2018

Die wichtigsten Erkenntnisse der Educause Konferenz 2018 können wie folgt zusammengefasst werden:

Arbeitsgruppen

Ganz klar ist hier hervorgekommen, dass nur der gemeinsame und offene Austausch, die Zusammenarbeit und das gemeinsame Erarbeiten von Lösungen zum nachhaltigen Erfolg und schlussendlich auch zu Einsparungen bei den Hochschulen führt. Dieses Vorgehen wird hier sehr gepflegt.

Arbeitsgruppe 'IT Procurement and Supplier Management Community'

Auch hier wurden die Probleme mit Adobe, Microsoft, SPSS und Oracle offen und intensiv diskutiert. Offenbar gibt es ein Higher Education Advisory Board für Microsoft, dasselbe ist nun angedacht für Adobe.

Arbeitsgruppe 'Google Suite'

Diskutiert wurden hier zum Teil sehr konkrete Probleme mit den verschiedenen G-Suite Services. Auch Google Vertreter äusserten sich direkt dazu oder nahmen diese Probleme auf. Konkret ging es um Verschiebungen von Nutzer von einer Domain in die andere,

«unterschiedliche Terms of use» für die verschiedenen Services, Support seitens Google generell und Synchronisation von Google Kalender und Exchange. Diverse Hochschulen haben sämtliche Services freigeschalte und betreuen auch Alumni der Hochschulen. Wenige benutzen G-Suite Enterprise (kostenpflichtig).

Arbeitsgruppe 'Cloud'

Auch hier gab es einem sehr offenen und intensiven Austausch. Gepflegt wird hier auch ein Austausch über einen Slack-Channel. Konkret ging es hier auch um Budgetplanungen, da insbesondere bei Cloud-Anwendungen diverse Services wie Security und Firewalls miteingeplant werden müssen, welche bei bisherigen 'im Hause eh vorhanden' nicht speziell aufgeführt sind. Klar ist aber auch, dass Universitäten mittels Cloud-Anwendungen Budgetkürzungen abfedern wollen oder müssen. Viele Universitäten konzentrieren sich vorerst auf einen Anbieter, je nach Anwendung. Ansonsten wird Support und Training schwierig. Auch hier wird betont, wie wichtig die Ausbildung für Cloud Anwendungen ist. Auch diskutiert wurde die Frage, wie bestehende Lizenzen in Cloud transferiert werden können. Kontakte zum Leitungsgremium sind hier etabliert.

Budgetkürzungen

Die Tendenz ist klar: Ausbildung ist Privatsache und muss entsprechend selbst finanziert werden. Immer wieder wurde hervorgehoben, wie stark die (auch unter dem Jahr) Budgetkürzungen Probleme machen und man permanent Lösungen sucht. So schliessen sich Universitäten und Colleges zusammen und es wird prophezeit, dass innerhalb der nächsten 5 bis 10 Jahre sich 50% aller Hochschulen entweder zusammenschliessen oder schliessen. Zudem findet sich wenig Personal, da keine marktgerechten Löhne bezahlt werden können, dies hat zur Folge, dass bestehendes Personal intern gepflegt und ausgebildet wird. Zudem werden die Studiengebühren erhöht. War früher der Schlüssel bei der Finanzierung der Hochschulen bei 40% durch den Staat und 60% durch den Studierenden, ist er heute vielfach bei 9% durch Staat und 91% durch Studierende.

Blockchain und Education

Die Kostenspirale führt dazu, dass sich viele fragen, ob sich ein 4-jähriges Studium überhaupt noch lohnt, da man anschliessend vielfach mit 150`000 USD Schulden dasteht und diese erst abzahlen muss. Dies führt dazu, dass man Alternativen sucht, zum Beispiel mit Kursen und einem entsprechenden Portfolio an Zeugnissen bzw. Zertifikaten. Auch ohne

Uni-Abschluss. Dies ist unter anderem auch der Grund, wieso Microsoft LinkedIn Learning (Lynda) übernommen hat. Dieser Ausbildungsmarkt wird stark wachsen. Dabei wurde auch ein Blockchain-Modell erläutert.

Probleme mit Kooperationen

Etwas speziell ist auch, dass Universitäten verstärkt die Kooperation mit Firmen suchen, um Forschung zu finanzieren. Dabei kommen offenbar auch vermehrt chinesische Firmen ins Spiel, welche diesen Weg offenbar suchen, um vermehrt Forschungsresultate auszuspionieren. Die Regierung möchte dies nun unterbinden.

Zukunftsplanung

Hierzu der interessante Vortrag von Marian Gorbis mit unter anderem mit folgenden Aussagen:

  • Stell keine Prognosen
  • Konzentriere Dich auf Signale
  • Schau zurück, bevor die die Zukunft planst
  • Achte auf Muster
  • Generiere eine Community

Security

Das Thema Security war 2018 und ist 2019 DAS Top-Thema für alle Hochschulen. Ausbildung, Implementation und Awareness schaffen, ist hier essentiell.

AI

Hier wurde betont, dass mit der rasant zunehmenden Menge von Daten durch unter anderem IoT, Smart Cities usw. die entsprechenden Auswertungen durch AI gefördert wird. Erwähnt wird hier auch, dass AI gerade bei Juristen und Ärzten grossen Einfluss haben wird, da bei diesen Berufen grosse Datenmengen bestehen, welche durch AI viel schneller und gezielter abgerufen werden können.

Microsoft

Microsoft fördert hier offenbar ganz gezielt gewisse Hochschulen. Dabei werden diese drei Felder werden von Microsoft speziell als zukunfswichtig erwähnt: Mixed reality - Artificial Intelligence - Quantum computing. Auch hier ist Cybersecurity ein wichtiges Thema