Die Evolution von SWITCHprocure

Software-Lizenzierungen können von einzelnen Institutionen nur mit erheblichem Aufwand individuell verhandelt werden. Gemeinsame Lösungen sind gefragt, die rechtliche, administrative und technische Prozesse erleichtern. Taugt der SWITCHhub als Mediator?

Text: Immo Noack, publiziert am 29.04.2019

Gemeinsam Lösungen finden, vereint auftreten und voneinander lernen: Dies waren die Absichten, die zur Gründung von SWITCHprocure im Jahre 2012 führten. Folgende Fragestellungen der Hochschulen standen damals im Fokus: Wo bringen gemeinsame Beschaffungslösungen Kosteneinsparungen für Hochschulen? Wo werden administrative Abläufe vereinfacht? Wo lohnt sich ein Rahmenvertrag? Wie tauschen die Beteiligten Informationen aus?

Einsparungen dank Koordination

Die Antworten dazu wurden in enger Zusammenarbeit mit den Hochschulen erarbeitet und führten zu Rahmenverträgen mit Adobe, Microsoft, Amazon, Google, LinkedIn Learning, TeamViewer und weiteren Firmen. Das Ergebnis: substantielle Einsparungen zugunsten der Hochschulen und, als willkommener Nebeneffekt, auch für Universitätsspitäler.

Kontinuierlicher Wandel

Die Anforderungen an SWITCHprocure haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Heute stehen neue Fragestellungen im Vordergrund: Wie soll ein Wechsel von generellen Lizenzschlüsseln hin zu benutzerbasierter Lizenzierung erfolgen? Wie wechseln wir vom Kauf- hin zum Mietmodell für Lizenzen? Unterschiedlichste Nutzergruppen und vielseitige Nutzungsbedingungen seitens der Hersteller sind für Hochschulen weitere Herausforderungen, damit keine Rechte verletzt werden. Rechteverletzungen führen bei Lizenzierungs-Audits sehr schnell zu ungeplanten, hohen Kosten. Die wirklich grossen Veränderungen entstehen aber mit der Auslagerung von Angeboten und Services in die Cloud. Auf individuelle Probleme oder bestehende Infrastrukturen der Hochschulen kann damit kaum noch eingegangen werden. Rechtliche Themen wie Datenschutz und -standort, Zugriffsrechte, Datenqualifikation, Transfer und Verschlüsselung spielen eine immer grössere Rolle. Zugleich haben weltweit tätige Firmen kaum noch Spielraum, um auf kantonale Gesetze oder gar hochschulspezifische Anforderungen einzugehen. Dies zeigt sich auch darin, dass Anforderungen eines Landes nicht ohne Weiteres auf die Verhältnisse eines anderen Landes übertragen werden können. Dies alles führt dazu, dass gemeinsam erarbeitete Lösungen und Angebote sowie die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene immer wichtiger werden.

SWITCHhub als Mediator

Die zentrale Plattform SWITCHhub bringt für Hochschulen wesentliche Erleichterungen und Ersparnisse mit sich. Die Vorteile: Es sind sowohl kommerzielle als auch akademische Dienste für Hochschulen beziehbar. Die darauf platzierten Angebote beruhen auf Rahmenverträgen, die rechtliche, administrative und auch kaufmännische Aspekte regeln. Vordefinierte Scripts für Cloud-Anwendungen werden in Bibliotheken gesammelt und erlauben eine schnelle und erprobte Konfiguration von Cloud-Services. Damit wird auch ein entsprechender Erfahrungsaustausch zwischen den Hochschulen gefordert und gefördert. Wichtig ist auch die neutrale, herstellerunabhängige Beratung der Kunden. Zudem werden Verrechnungsabläufe zentral definiert und für Hochschulen transparent erfasst und ausgelöst. Die Plattform ist zudem dank der Shop-in-Shop-Möglichkeit an die individuellen Bedürfnisse einer Hochschule anpassbar. Damit ist es möglich, hochschulinterne Dienste entsprechend zu publizieren. Die Schaffung von SWITCHhub bietet somit die perfekte Antwort auf eingangs genannte Fragestellungen.

Über den Autor
Immo   Noack

Immo Noack

Seit November 2012 arbeitet Immo Noack im Procurement-Team von SWITCH. Davor war er unter anderem an der ETH Zürich und beim Projekt Neptun tätig. Ursprünglich hat er Elektroingenieur studiert.

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