Eisbrecher gesucht

Der Trend hin zu einer nutzerbasierten Lizenzierung stellt Hochschulen vor neue Herausforderungen. SWITCHhub bringt den Hochschulen mit der integrierten SWITCH edu-ID entscheidende Erleichterungen und Kontrollmechanismen aus einer Hand.

Text: Sarah El Amin, publiziert am 26.04.2019

Softwarelizenzierung ist per se komplex. Im universitären Umfeld erhöht sich die Komplexität jedoch um ein Vielfaches. Die Anwendungsfälle sind so vielfältig, dass sie in einem Standardlizenzvertrag nur schwer bis gar nicht abgedeckt werden können. Seit 2012 unterstützt SWITCHprocure deshalb die Schweizer Hochschulen bei diesem Unterfangen und verhandelt Rahmenabkommen mit den grössten Softwarelieferanten wie Microsoft und Adobe.

Trend zur nutzerbasierten Lizenz

Die Compliance-Problematik völlig aussen vor gelassen, bereiten insbesondere das Ausrollen und Verteilen der Software, den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. Der aktuelle Trend vieler kommerzieller Softwarehersteller – die nutzerbasierte Lizenz. Konkret müssen bei dieser Lizenz die Nutzer in der Regel in einer herstellerspezifischen Konsole verwaltet werden. Die Software selbst kann meist auf mehreren Geräten installiert werden, während der namentliche Nutzer sich mit einem Log-in-Mechanismus identifizieren muss. Die Firma Adobe macht es vor: Produkte der Creative Cloud (CC) 2019 sind nur noch als nutzerbasierte Lizenz verfügbar. Wer den Schritt zu dieser Lizenzierung nicht machen möchte, oder kann, muss auf der letzten Version (CC 2018) verbleiben.

SWITCHhub als Marktplatz

Bei der Menge von Herstellern am Markt und Nutzern an einer Hochschule wird schnell klar, dass eine nutzerbasierte Lizenzierung mit einem erheblichen Aufwand verbunden ist. Mit dem SWITCHhub soll dieses Problem nun gelöst werden. Er soll unter anderem als zentraler Marktplatz für kommerzielle, akademische und SWITCH Services an den Hochschulen genutzt werden. Ende 2018 hat SWITCH eine zentrale Softwareverteilung über den SWITCHhub zugesichert. Seither hat sich viel getan. Für den konkreten Anwendungsfall der Adobe-Lizenzierung wurde bereits eine Lösung etabliert.

Authentifizierung mit der SWITCH edu-ID

Ein Single-Sign-on (SSO) mit der SWITCH edu-ID steht bereits für den SWITCHhub zur Verfügung. Die Nutzer-Authentifizierung findet somit direkt beim Log-in in den SWITCHhub statt. Der Endnutzer kann sich dann im Katalog eine Creative-Cloud- oder Acrobat-Lizenz zuweisen. Der Nutzerkreis, dem dies zusteht, kann vorgängig durch den Administrator des SWITCHhub an der Hochschule definiert werden. Zwischen dem SWITCHhub und der Adobe-Admin-Konsole sorgt ein Connector für eine Synchronisierung der Nutzerlizenz. Mit einem SAML-Proxy, der einmalig in der Konsole registriert wird, bekommen die Nutzer anschliessend mit ihrem SWITCH edu-ID-Account und dem dazugehörigen SSO-Zugriff auf ihre Adobe-Lizenzen. Dabei steht es den Hochschulen frei, ob sie die Software zentral über ein verwaltetes Softwarepaket verteilen, oder dem Nutzer die Verwaltung der Software selbst überlassen

Adobe als erster kommerzieller Service

Mit Adobe wird somit der erste kommerzielle Service auf dem SWITCHhub in Betrieb genommen. Die erste Testphase ist bereits abgeschlossen. Alle Mitarbeiter bei SWITCH konnten sich bereits im März ihre nutzerbasierte Lizenz von Adobe über den SWITCHhub im “Selfservice“ zuweisen. Die nächste Phase beinhaltet das Aufsetzen eines eigenen SWITCHhub Stores sowie die Adobe-Integration für eine Test-Universität. Interessierte Hochschulen können uns gerne via info@switchhub.ch kontaktieren.

Über den Autor
Sarah   El Amin

Sarah El Amin

Sarah El Amin stiess im Dezember 2018 zu SWITCH als Vendor & Contract Manager im Geschäftsbereich Digital Solutions & Coordination. Zuvor war sie in verschiedenen Positionen bei Adobe Systems in München tätig. Sie studierte International Economics and Governance an der Universität Bayreuth.

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