Maturitätszeugnisse sind bald digital und überprüfbar
Gemeinsam mit Educa hat Switch einen Proof of Concept für ein digitales Maturitätszeugnis umgesetzt. Das Projekt zeigt, dass digitalie Bildungsnachweise den weitgehend manuellen Einschreibeprozess an Hochschulen vereinfachen.

In Kürze
- Switch und Educa haben in einem Proof of Concept gezeigt, dass ein Maturitätszeugnis als digitaler Nachweis im Bildungssystem funktioniert.
- Der digitale Nachweis wird in einer Wallet gespeichert und bei der Immatrikulation elektronisch an die Hochschulen übermittelt.
- Dieser Prozess vereinfacht und beschleunigt die Überprüfung der Echtheit des Maturitätszeugnisses und spart Kosten.
- Das Projekt stärkt zudem die digitale Souveränität der Maturandinnen und Maturanden.
Wenn sich angehende Studierende heute an einer Hochschule einschreiben, müssen die Hochschulen die Echtheit der eingereichten Maturitätszeugnisse bei den jeweiligen Ausstellern prüfen. Dieser Prozess ist mit mehreren manuellen Schritten verbunden und daher zeit- und kostenintensiv.
Digitale Souveränität gewährleistet
Genau hier setzt das digitale Maturitätszeugnis an. Schülerinnen und Schüler erhalten ihr Zeugnis künftig als digitalen Nachweis von ihrem Gymnasium und speichern diesen beispielsweise in ihrer swiyu Wallet, in der sie auch ihre e-ID gespeichert haben. Neben swiyu eignet sich jede Wallet, die die Anforderungen der Schweizer e-ID-Verordnung erfüllt. Bei der Einschreibung an einer Hochschule übermitteln sie den Nachweis elektronisch zur digitalen Verifizierung bei der Hochschule. Dies vereinfacht und beschleunigt den bisher fragmentierten Prozess erheblich – ein Gewinn für alle Beteiligten.
Das Konzept basiert wie die e-ID auf den Prinzipien der selbstbestimmten Identität. Die Nutzerinnen und Nutzer behalten die volle Kontrolle über ihre Daten und entscheiden selbst, welche Informationen sie wann und mit wem teilen.
Gemeinsam für eine systemübergreifende Digitalisierung
Das von der Digitalen Verwaltung Schweiz getragene Projekt «Maturitätszeugnis als digitaler Nachweis» wurde von Educa gemeinsam mit Switch, der EPFL sowie den Kantonen Neuenburg und Freiburg umgesetzt. Ziel war es, praktische Erfahrungen mit der künftigen e-ID-Infrastruktur im Bildungsbereich zu sammeln, einen Standard für digitale Maturitätszeugnisse zu etablieren und Bildungsinstitutionen sowie Behörden miteinander zu vernetzen.
Standardisierung als Grundlage
Mit der Veröffentlichung eines Schemas auf der Interoperabilitätsplattform I14Y hat Educa einen wichtigen Grundstein gelegt. Dieses Schema legt unter anderem die minimalen Angaben wie den Namen der ausstellenden Schule, den Namen und Vornamen der Maturandin oder des Maturanden sowie die erzielten Noten fest. Der Proof of Concept zeigt: Digitale Nachweise im Bildungsbereich sind keine Vision mehr, sondern greifbare Realität. Mit dem digitalen Maturitätszeugnis entsteht ein weiterer Baustein für mehr digitale Mobilität im Bildungsraum Schweiz.
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