Ein Leben fürs Internet – Danke Urs!
Urs Eppenberger ist die Personifizierung des Internets in der Schweiz. Sein Erfolgsrezept beruhte auf Ruhe, Sachverstand und Weitsicht. Wenn ein Mensch sein ganzes Berufsleben der Stiftung Switch widmet, dann zeugt das von grösster Leidenschaft für genau eine Sache: den Hochschulen und der ganzen Schweiz die sichere und stabile Nutzung des Internets zu ermöglichen. Wir sagen herzlichen Dank, lieber Urs, und lassen an dieser Stelle die wohl einzigartigste Karriere zugunsten des Internets in der Schweiz noch einmal aufleben.


Urs Eppenberger trat im Jahr 1987 als Ingenieur und erster Mitarbeiter der Stiftung Switch bei. Das war zu einer Zeit, als in der Schweiz noch kaum jemand vom Internet gehört hatte. «Auf die Frage, was ich beruflich mache, war es sehr schwierig, eine verständliche Antwort zu geben» erklärt Urs. «Ich konnte sie schon beantworten, wusste aber, mein Gegenüber hat keinen Plan, worum es überhaupt geht. E-Mail konnte ich mit der Analogie erklären, dass man von Computer zu Computer Briefe übertragen kann. Aber um das Internet als solches zu erklären, gab es keine Analogien. Es gab ja nichts Vergleichbares.» Das war zu jener Zeit, als man bei technischen Problemen zuerst zum Telefonhörer griff und – nicht selten – Urs am anderen Ende den Anruf entgegen nahm. «Haben Sie es schon einmal aus- und wieder eingeschaltet»? Dieser Lösungsvorschlag galt damals noch als viel versprechend. Urs’ berufliche Entwicklung verlief über fast vier Jahrzehnte parallel zur Entwicklung des Internets und mündete in eine der prägendsten Karrieren im Schweizer Internet Umfeld.
Während 39 Jahren
Sein Weg führte ihn von der Projektleitung, über die Leitung des Business Developments bis hin zur Gesamtverantwortung als «Mr. Registry» von .ch und .li für die Entwicklung des Internets als sichere und stabile Ressource der ganzen Schweiz. Seit 2011 war er Mitglied der Geschäftsleitung, ab 2012 leitete er die Registry, ab 2013 bis 2016 zudem den Bereich Security für kommerzielle Kunden. Ab 2017 war er auch für den Bereich Kollaborationstools für Hochschulen verantwortlich.
Besonders geprägt hat Urs die Entwicklung der Registry-Tätigkeit von Switch zugunsten eines sicheren und stabilen Internets. Gemeinsam mit dem Team, den Registraren und dem Regulator erreichte er bei der Weiterentwicklung der .ch-Zone wichtige Meilensteine: die Übergabe des Direktverkaufs von Domain-Namen an die Registrare, die flächendeckende Einführung des Sicherheitsstandards DNSSEC für .ch-Domain-Namen bei Schweizer Registraren sowie die erfolgreiche Weiterführung des Registry-Mandats im Auftrag des Bundesamts für Kommunikation. Mit Weitblick, technischer Kompetenz und einem ausgeprägten Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen hinter der Technologie sorgte er dafür, dass die Registry nicht nur funktionierte, sondern grosses Vertrauen schuf – weit über unsere Landesgrenzen hinaus.
39 Jahre prägende Persönlichkeit
Was Urs auszeichnete, waren nicht nur seine fachlichen Leistungen. Seine Kolleginnen und Kollegen beschreiben ihn als jemanden, der Stabilität, Vertrauen, Ruhe und Konsistenz vorlebte. Er verkörperte Eigenschaften, die in einer sich rasant weiterentwickelnden Branche von unschätzbarem Wert sind. Mit seiner ruhigen, verlässlichen Art hat er Switch von Anfang an mitgeprägt und das Vertrauen der Registrare, des Regulators und der Partner gestärkt. Dies spiegelt sich auch in seinem Werdegang bei Switch wider: 39 Jahre begleitete Urs Switch mit seiner Art und war stets jemand, der den Mitarbeitenden zuhörte und ihnen Vertrauen schenkte.

Nach 39 Jahren
Wer während fast vier Jahrzehnten ein Unternehmen von Grund auf mitgestaltete, kritische Infrastrukturen aufbaute und sicherte, Verträge aushandelte, den Rahmen für die Zukunft setzte, kann auf eine bemerkenswerte Karriere zurückblicken. Als «Mr. Registry» hat er nicht nur eine Position ausgefüllt, sondern eine ganze Branche geprägt. Switch verliert mit ihm eine Persönlichkeit, die für Qualität, Weiterentwicklung und Verlässlichkeit stand. Eine Persönlichkeit, die seinen Ruhestand wohl verdient.
Vielen herzlichen Dank, Urs Eppenberger, und alles Gute für deine Zukunft!






